Warum ich Moshe Feldenkrais lustig finde (Teil 1)

Immer wieder mal wird mir vorgeworfen, ich würde schlecht über andere Methoden schreiben. Das hat auch einen einfachen Grund: Es gibt so viele schlechte, undurchdachte und teilweise völlig realitätsferne Ansätze. Weiterhin wird mir angedichtet, Senmotic als das beste System darzustellen. Das ist erstmal logisch. Wer stellt schon sein Konzept als das Drittbeste dar? ;-)

 

Gleichwohl sehe ich das anders: Bei Anfragen aus Städten und Gebieten wo wir (noch) keine Practitioner haben, empfehle ich Kollegen, die auch mit Faszien arbeiten. Jedoch einer völlig anderen Fachrichtung angehören. Schließlich geht es um den Klienten und weniger um irgendwelche privaten Ressentiments. Warum ich dennoch der Überzeugung bin, dass es unzählige unbrauchbare Vorgehensweisen gibt, lesen Sie hier....

 

Moshe Feldenkrais - übergewichtig, komprimiert und unbeweglich. Gilt jedoch als Experte für Bewegung!

 

Ich kann jetzt kaum über jede F(L)achrichtung schreiben. Und ebenso darf ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und keinesfalls repräsentativ für Senmotic steht. Obwohl doch einige meiner Kollegen meine Auffassung teilen.

 

Ich möchte Ihnen am Beispiel von Moshe Feldenkrais meine Sichtweise aufzeigen. Ich bin mir auch bewusst, dass ich jetzt unzähligen Feldenkrais-Lehrern auf die Füße trete. Selbst schuld. Wer eine Bewegungsmethode von einem deutlich verkürzten, angespannten und übergewichtigen Menschen lernt, muss das über sich ergehen lassen. Außerdem spiele ich doch nur des Kaisers neue Kleider mit den Anhängern des Feldenkrais. Während die Vertreter dieser Bewegungsmethode völlig blind und ohne eigene Meinung ahs.. und ohs.. beim Namen Moshe Feldenkrais von sich geben, sage ich: Der Kaiser ist nackt!

 

Feldenkrais als Methodik - schon am Start ein Irrweg

 

Feldenkrais selbst soll ja wohl jahrelang Judo betrieben haben. Schon das zeugt davon, dass Feldenkrais von Bewegung keine Ahnung haben konnte. Zwei Typen, die verzweifelt an Jacken ziehen und sich irgendwie versuchen, die Beine wegzuholzen. Die bei Prüfungen zum nächsthöheren Grad die Prüfer betrügen, weil der Partner besonders schön mitspringt und sich werfen lässt. Ansonsten würde keiner der Schüler eine Prüfung bestehen. Denn wenn ein Mensch nicht geworfen werden will, wird es ganz ganz schwer. Das sehen Sie ja auch in jedem Judo-Wettkampf. Häufig wird der Geworfene in der Prüfung auch ermahnt mit: Uke, nicht so leicht mitspringen.

 

Für die Selbstverteidigung ist dieser "Sport" noch untauglicher. Man nehme eine 60 kg Frau mit Schwarzgurt im Judo und stelle ihr einen zu allem entschlossenen Mann von 80 kg gegenüber. Sie dürfen ganz entspannt all Ihr Hab und Gut auf den Mann setzen. Soviel zu den grundlegenden Voraussetzungen und Denkgebäuden von Feldenkrais.

 

Mein persönlicher Anspruch ist es immer, deutlich besser zu sein als meine Schüler. In der Selbstverteidigung genauso wie in der Therapie. So bewege ich mich heute mit 55 Jahren viel explosiver, kraftvoller und geschmeidiger als im 20. Lebensjahr. Scherzhafterweise sage ich gern zu meinen Schülern: Du bist noch viel zu jung. Deswegen bis du noch so steif, unbeweglich und langsam. ;-) Komm erstmal in mein Alter. Dann geht alles leichter. ;-) Und tatsächlich ist das bei mir so. Während der überwiegende Teil meiner Zeitgenossen zumindest in den Industrienationen genau das Gegenteil an sich erlebt und immer steifer wird und gebeugter geht. Wie es scheint, stehe ich mit meinem persönlichen Anspruch allein auf weiter Flur. Abgesehen von einigen wenigen Menschen, denen ich meine Hochachtung entgegenbringe.

 

Moshe Feldenkrais - ein Eunuche. Wusste theoretisch wie es geht, konnte es jedoch selbst nicht ;-)

 

Immerhin ging Feldenkrais zutreffend davon aus, dass jeder Mensch ein Bild von sich selbst hat und dass sich dieses Bild verändern lässt. Damit der Mensch zu einer größeren Freiheit im Bewegen, Denken, Fühlen und Handeln gelangen kann. Hierfür wählte Feldenkrais den Weg über das Erfahren am eigenen Körper. Soweit die Theorie - jetzt schauen Sie sich Moshe Feldenkrais dazu an. Da frage ich mich doch sofort: Was für ein Bild hatte er eigentlich von sich selbst? Und inwieweit konnte er seine schönen Theorien an seinem eigenen "Ich" verwirklichen? Und da dürfen wir ihm doch attestieren, ist er schwer an sich selbst gescheitert. Was soll das ganze schöne Geschwätz und die Bücher, wenn man selbst gegen Ende seines Lebens übergewichtig und steif auf einem Stuhl hockt und seinen Kopf nicht mehr frei drehen kann? Was hat das mit "Bewusstheit durch Bewegung" zu tun, wie auch einer seiner Buchtitel lautet?

 

Aus meiner Sicht war Feldenkrais ein Mensch, der sich seiner selbst kaum bewusst war. Sonst müsste er doch gefühlt haben, wie sehr ihn sein Übergewicht in der Bewegung einschränkt. Er müsste doch gefühlt haben, dass er mit einem runden Rücken unterwegs ist. Wie verdreht seine Beine sind. Und er seinen Kopf eben nicht mühelos und gelöst drehen konnte, weil die Birne eben weit vor dem Körper hing. ;-) Und das genau seine Methode entweder dazu führte oder es zumindest nicht verhindert hat.

 

Moshe Feldenkrais muss doch gefühlt oder zumindest gesehen haben, dass er mit kleinen trippelnden statt mit raumgreifenden Schritten unterwegs war. In der Zusammenfassung: Er muss doch Bewusstsein darüber erlangt haben, dass er sich im Körper und demzufolge im Denken geradezu krampfhaft festhält.

 

Der persönliche Weg von Feldenkrais - wo ist die angebliche Genialität sichtbar?

 

Von Feldenkrais sind uns mehrere Videos erhalten geblieben. Auf Youtube finden Sie einige davon. Als ich Moshe Feldenkrais das erste Mal auf Video sah, war ich sehr erschrocken. Ich hatte einige Bücher von ihm gelesen und erwartete einen vitalen, spontanen und dynamischen Mann. Einen Bewegungslehrer, dem man schon an seinen geschmeidigen Bewegungen ansah, dass er weiß wovon er spricht und schreibt. Der sich deutlich von seinen Mitmenschen in seinem Bewegungsvermögen und in der Qualität unterscheidet und von dem ich noch was lernen kann.

 

Gesehen habe ich, und wahrscheinlich als erster und einziger Mensch auf dieser Welt, ;-), einen pummeligen komprimierten alten Mann mit Rundrücken. Dessen Kopf aus seinem Brustkorb zu wachsen schien. Ein Mensch, der sich genauso energielos und langsam durch einen Raum bewegte wie seine Altersgenossen. Dem jegliche Leichtigkeit und Anmut in der Bewegung fehlte. Der eine offene und sympathische Ausstrahlung vermissen ließ. Dessen Glück es eigentlich war, kein biblisches Alter zu erreichen.

 

Denn 10 Jahre später wäre Feldenkrais mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Rollator in die Hallen gerollt. Weiterhin umjubelt von seinen  Anhängern. Sehen Sie auf den Fotos die Entwicklung des Moshe Feldenkrais vom jungen zum alten gebeugten Mann. Ein übergewichtiger und komprimierter Durchschnittsmensch mit Doppelkinn, wie Sie ihn im alltäglichen Straßenbild millionenfach sehen.

 

Wissen Sie was komisch ist: Erkläre ich, warum sich ein fettes Pferd nie so schnell, leicht und mühelos bewegen kann wie ein schlankes drahtiges Pferd, nicken alle Menschen. Wenn ich das Offensichtliche über Moshe Feldenkrais ausführe, schütteln seine Anhänger den Kopf.

 


 

Ein Blick auf die Struktur von Feldenkrais

 

Frei von jeglicher Vitalität und Körperspannung sehen sie ihn weiter unten im Video bei einem Workshop. Da fehlt jegliche Lebensfreude und Spannung im komprimierten Körper. Sehr einschläfernd mit monotoner Stimme quasselt er die Leute zu. Weder seine Arme noch sein Körper unterstützen das Gesagte und wirken irgendwie lebendig. Er bewegt nur seine Lippen und selbst sein Gesicht zeigt keinerlei Mimik. Beachten Sie auch, wie kurz seine trippelnden Schritte sind. Im Grunde können wir feststellen, dass Feldenkrais nicht mal richtig wie ein Mensch laufen konnte. Wie kontrahiert müssen seine Adduktoren und seine faszialen Bindegewebe im Urogenitale eigentlich gewesen sein?

 

Zuerst fiel mir sein teigiges, für einen Mann viel zu breites Becken auf. Eine knöcherne Schale, die sogar deutlich breiter war als die Schultern. Das ist ungewöhnlich für einen Mann und entspricht eher der Anatomie einer Frau. Hinzu kam der eingezogene Kopf ohne Hals und diese masochistisch-depressive Grundhaltung im komprimierten Körper.

 

Sofort schoss es mir durch den Kopf: Hat der Typ eigentlich in seinem Leben schon mal eine Frau, einen Mann oder wenigstens eine Sexpuppe gehabt? ;-) In allen möglichen Veröffentlichungen habe ich keinerlei Hinweise gefunden, dass er jemals verheiratet gewesen wäre oder Kinder gezeugt hätte. ;-) Gerade in den Jugendzeiten von Feldenkrais gab es ja keine Pille, die eine Frau ständig schwanger hält. Schließlich kann nur eine schwangere Frau nicht schwanger werden. ;-) Nur mal so am Rande für die Leserinnen, die meinen, sie könnten 20 Jahre mit der Pille dauerschwanger sein und sich dann über ihren Brust- oder Gebärmutterhalskrebs wundern. Na ja egal... also falls mal jemand Sex mit Feldenkrais hatte oder ihm das Popöchen mit einem Stöckchen verhauen hat, ;-), kann er sich gern bei mir melden.

 

Moshe Feldenkrais nahm es übrigens mit der Wahrheit über seine Person nicht so genau. Er hat einfach schlichtweg gelogen. Was für Minderwertigkeitskomplexe hatte dieser Mensch eigentlich, dass er sich selbst so überhöhen musste? Entgegen eigenen Angaben und den Bios auf vielen Webseiten von Feldenkrais-Lehrern hat er nie Physik studiert. Eine Dissertation zu seinem Doktor-Titel wurde bis dato ebensowenig gefunden. Lustig ist auch, wenn er angibt, als 17jähriger hätte er gestandene Männer einer paramilitärischen Einheit in Selbstverteidigung unterrichtet. Oder er hätte in Israel an der Entwicklung von Raketentechnik mitgearbeitet. Dort fand man ganz schnell heraus, dass er gar keine Ahnung hatte. ;-) So wie Sie jetzt lesen dürfen, dass er auch von Bewegung keine Ahnung hatte. ;-) Ebensowenig schmeichelhaft war die Beurteilung durch seinen Judo-Lehrer Heinrich Jakoby.

 

"Trotz großer körperlicher Gewandtheit, Kraft, Courage repräsentiert Dr. F. weder in seiner Sprechweise noch in seiner Bewegungsqualität das, was er ‚theoretisch‘ als wünschenswert formuliert ... Aber er ist sehr bereit, das selber zuzugestehen, bereit, zu probieren und infrage zu stellen."

 

Interesant ist vor allem, dass sein Judo-Lehrer wohl intellektueller und gebildeter war als Feldenkrais selbst, wenn er die Sprechweise mit erwähnt. ;-)

 

 

Noch interessanter finde ich das nächste Video. Es ist zwar mit 21 Minuten recht lang, zeigt jedoch in welcher Welt Feldenkrais eigentlich gelebt hat. Die Bewegungsqualität, die er von seinen Schülern wünscht, fehlt bei ihm völlig. Es ist schon irgendwie lustig, wenn ein Mensch, dem es schwerfällt den eigenen Kopf zu drehen, eben genau das bei anderen erreichen möchte. Sie können deutlich erkennen, wie umständlich er sich auf einen Stuhl setzt. Deutlich hören Sie auch im Video wie kurz, schwer und oberflächlich sein Atem ist. Was soll es eigentlich sein, was der an müheloser Bewegung Interessierte von einem sich schwerfällig Bewegenden lernen kann? Mir fällt nur eine Antwort ein: Wie es nicht geht!

 

Rein vom ersten Eindruck könnte man denken, hinten sitzt ein alter zusammengesunkener Mann und vorn das wäre Feldenkrais. Eigentlich müssten beide Personen die Plätze tauschen. Auf mich macht Feldenkrais auch einen recht unfähigen Eindruck. Seine Methode sieht nach Trial und Error anstatt souverän aus. Unabhängig davon habe ich noch kein Video gefunden, auf dem er selbst in der Praxis zu sehen ist. In der Regel redet er sehr viel auf seinen Lehrgängen. Das ist jedoch normal bei Theoretikern, die Seminare über Bewegung geben. ;-)

 

Ebensowenig kann ich nach der "Behandlung" der Probandin einen Unterschied feststellen. Es muss jedoch einen Unterschied geben, weil am Ende alle Zuschauer wie verrückt klatschen. ;-) Auf dem Video ist gegen Ende die Probandin im Stand von vorn zu sehen. Wie sehr die Frau ihre linke Schulter hochzieht und festhält, was man auch sehr gut an der unterschiedlichen Höhe der Hände sieht und dass die Dame sogar mehr auf ihrem rechten Bein steht, blieb Feldenkrais verborgen.

 

Mit dieser Strukturschwäche dreht der Kopf immer schwerer zu einer Seite, weil die faszialen Strukturen der linken Schulter und Halsseite zu kurz sind. Dieser kleine Sprung war auch eine Nummer zu groß für unseren Bewegungsexperten. Die strukturellen Veränderungen der Schulter haben übrigens ihre Ursache in den Beinen und Füßen der Probandin. Die Frau wird sich nie so bewegen können wie ein Mensch mit einer ausgewogenen Struktur. Interessanterweise finden Sie weiter unten einen Original-Schüler von Moshe Feldenkrais nach 40 Jahren Feldenkrais-Training mit der gleichen strukturellen Dysfunktion.

 

Im Anfang jeder Methode steckt das Wesentliche...

 

Nun könnte man argumentieren, dass seine Schüler die Methode weiter entwickelt haben. Dass das heutige Feldenkrais völlig verschieden zu den Ursprüngen von Moshe Feldenkrais ist. Ein schöner frommer Wunsch! Es sind die gleichen Lektionen wie früher und es wurden noch ein paar 1000 Übungen ohne System hinzuerfunden. In jeder Methode steckt in den ersten Lektionen der Kern der Methode. 1+1=2 wird Sie auch begleiten, wenn Sie mit Brüchen oder Potenzen rechnen. Wenn Sie eine Methode erlernen wo 1+1=5 ist, wird sich der Unsinn potenzieren, je weiter Sie in der Methode fortschreiten. Und deswegen sind etliche Übungen, die in den zahlreichen Videos von den Koryphäen des Feldenkrais gezeigt werden, fern jeglicher Anatomie und Physiologie des Menschen.

 

Menschlicher Fortschritt geht nach vorn und nach oben

 

Generell darf ich auch anmerken, dass sich der Mensch vertikal um eine gedachte Linie organisiert. Und sich nur in den ersten Lebensmonaten am Boden aufhält und im Schnitt um den 15. Lebensmonat herum laufen kann. Bei einer angenommenen Lebenserwartung von 80 Jahren bewegt sich der Mensch also nur rund 1,9% seines Lebens am Boden. Während sehr viele Feldenkrais-Übungen entgegen der menschlichen Entwicklung weiterhin am Boden stattfinden. Würde Feldenkrais die menschliche Entwicklung in Betracht ziehen, müssten 98,1% aller Feldenkrais-Übungen im Stehen und Laufen stattfinden. Schon allein um einen gewissen Realitätsbezug und auch einen Alltagsbezug zu schaffen. Immerhin verlangt das "aufrecht sein und aufrecht bewegen" eine viele höhere Organisation des Nervensystems als das Bewegen auf dem Boden. Das sehen Sie an jedem Regenwurm. ;-) Eine wesentliche Aufgabe des Menschen auf dem Weg zur Reife ist es, sich vertikal mühelos und geschmeidig im Gravitationsfeld der Erde zu bewegen. Auf dem Boden rumkugeln ist einfach. Das kann im Wortsinn jedes Baby. Sich im Stehen und Gehen zu spüren und zu beobachten, wie man sich in der Anziehungskraft der Erde bewegt, ist eine ganz andere Hausnummer.

 

Die Schulter beginnt im Fuß - oder auch umgedreht. Und dazwischen sind Sie.

 

Aus meiner persönlichen Sicht fehlen auch etliche grundlegende biomechanische Kenntnisse in der Feldenkrais-Methodik. Das gipfelt dann darin, dass es beispielsweise Übungen speziell für den Schultergürtel gibt. Als Bewegungslehrer sollte man allerdings wissen, dass die Schulterbeweglichkeit ganz eng mit der Beckenbeweglichkeit verknüpft ist. Weil beide Körperbereiche über Faszien miteinander verbunden sind und die Stellung und Beweglichkeit des Beckens für eine freigängige Schulter entscheidend ist. Und wem ist schon bekannt, wie sehr die Spannung der Plantarfaszie der Füße die Höhe der Schulter und damit ihren Bewegungsspielraum mitbestimmt?

 

Feldenkrais - der Sex mit sich selbst

 

Alle Methoden, die mit sich selbst stattfinden, wie Yoga, Tai Chi, Chi Kung, neuzeitliches Aerobic, Bauch, Beine, Po und auch das weit verbreitete Masturbieren ;-) haben eines gemeinsam: Sie sind vor allem im Erleben zutiefst subjektiv. Ergebnisse sind nicht messbar und es handelt sich nur um ein "Gefühl". Der Ansatz "Feldenkrais" bildet dabei keine Ausnahme. Ich fühle mich gut, ich bin beweglicher geworden, ich fühle mich entspannt, es war schön ;-) sind alles subjektive Aussagen. Die sehr weit von "Funktion" entfernt sind. Um zu messen, wie Sie sich wirklich in der Schwerkraft bewegen, benötigen Sie einen Partner. Einige Tanzdisziplinen, die beispielsweise keine steifen Schrittfolgen vorgeben und die Improvisation und spontanes Reagieren auf den Rhythmus fordern, erfüllen diese Aufgabe. Ein Partnertraining, welches auch gleichzeitig vertikale Bewegungen in der Schwerkraft korrigiert, vermisse ich im Feldenkrais völlig. Eigentlich hätte Moshe Feldenkrais auch das erkennen müssen. Schließlich kam er aus dem Judo mit sehr viel Partnertraining. Das ist ja das Mindeste, was man von einem Typen verlangen kann, der von seinen Anhängern fälschlicherweise als "genial" bezeichnet wird. ;-)

 

Das Totschlagargument: Feldenkrais war ja schon alt

 

Ich höre schon die bösen Stimmen der Jünger von Feldenkrais, die sich der Realität strikt verweigern. Und gern diese Ausrede parat haben: Ja... auf den Videos war Feldenkrais auch schon alt. Und genau deswegen präsentiere ich Ihnen weiter unten einen Bewegungslehrer, der dem geneigten Feldenkrais-Lehrer zeigt, wie es richtig geht.

 

Was kann Feldenkrais wirklich leisten?

 

Aus meiner Sicht keine Bewusstheit durch Bewegung. Wenn sich David Zemach-Bersin, ein Original-Schüler von Moshe Feldenkrais, auch nur einen Hauch seiner selbst bewusst wäre, würde er nach 40 Jahren Feldenkrais fühlen und wissen:

 

1. Dass er eine ziemlich schwere Beckenrotation hat. Wie Sie auf dem ersten Bild schon am Verlauf des Gürtels erkennen können, steht auf seiner linken Seite das Becken deutlich höher und weiter hinten. Demzufolge auf dieser Seite sein Bein länger ist. Das hat zur Folge, dass er durch sein linkes längeres Bein auf seine rechte Seite kippt und überwiegend nur auf seinem rechten Bein steht.

 

2. Wie komprimiert die linke Oberkörperseite ist, so dass sogar das Hemd auf der linken Seite staucht und Falten wirft. Während er seine rechte Seite ausfüllt und das Hemd glatt anliegt.

 

3. Wie sehr er seine linke Schulter durch die Verkürzung festhält und seine Arme demzufolge unterschiedlich hängen und sich unterschiedlich gebrauchen lassen.

 

4. Dass durch das schräge und verdrehte Becken auch seine Beine in unterschiedlichen Positionen aus dem Becken "fließen" und seine Füße immer leicht versetzt auf dem Boden stehen.

 

5. Dass er deutlich nach vorn geneigt steht und demzufolge von "Aufrecht sein" und der Rolle der Gravitation keine Ahnung hat.

 

6. Dass man mit absatzbewährten Schuhen, die vorn spitz zulaufen, obwohl die Füße nach vorn breiter werden, generell keinen Kontakt zum Boden hat. Und die dicke Sohle jeglichen Kontakt der Füße zum Boden verhindert.

 

Anbei sehen Sie Bilder von ihm. Die habe ich aus seinem Youtube-Video heraus geschnitten. Sie können sich die Punkte 1-6 dort gern in voller Länge antun. Es gibt noch mehr Videos von ihm, auf denen Sie ihn auch auf die Kamera zulaufen sehen. Es fehlt bei Zemach-Bersin beispielsweise völlig die kontralaterale Bewegung (Rechtes Bein und linke Schulter gehen beim Schritt nach vorn, andere Seite dito).

 

Wie soll es auch funktionieren, wenn das Becken auf einer Seite festgebacken ist und keine natürliche Bewegung zulässt? Als Mensch mag ja Zemach-Bersin ganz nett sein. Als Bewegungslehrer ist er jedoch ein Desaster. Wenn Sie wollen, dass Ihre eigenen Schüler besser werden, müssen Sie vor allem selbst besser werden. Immerhin lernt der Mensch Zeit seines Lebens durch Beobachten. Je besser ich mich bewege, umso besser bewegen sich meine Schüler. Wo jegliche Abweichung von diesem universellen Prinzip hinführt, sehen Sie auf den Bildern.

 


 

Nun gibt es aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten: Entweder begann der gute Mann schon vor 40 Jahren mit seiner Rotation mit Feldenkrais. Dann konnte er diese körperlichen Defizite durch Feldenkrais nicht beseitigen. Es fand also Null echte Entwicklung statt. Oder Zemach-Bersin hat strukturell ausgewogen mit Feldenkrais begonnen und das Praktizieren dieser Methode hat zu diesen schweren Asymmetrien im Körper geführt. Dann hat zwar eine Entwicklung stattgefunden, jedoch in eine verkehrte Richtung. Möglicherweise ist sich David Zemach-Bersin dessen auch bewusst. Obwohl ich das glatt verneinen würde. Denn dann hätte er zu einem Lehrgang über Bewegung, Bewusstsein und Veränderung nicht solche unförmigen Treter an.

 

Nehmen wir jedoch wohlwollend an, dieser Feldenkrais-Lehrer wüsste über sich Bescheid. Und hätte Bewusstsein über seine negativen strukturellen Veränderungen. Dann bietet ihm die Feldenkrais Methode kein Werkzeug, genau diese Verdrehungen und Bewegungseinschränkungen im Körper ursächlich zu beseitigen. Schließlich rennt kein Mensch rum und posaunt: Schaut mal wie herrlich mein Becken rotiert ist und wie es von festen und verkürzten Faszien festgehalten wird. Ich fühle mich dadurch so schön unbeweglich in der linken Schulter. Auch die linke Hand hängt dadurch höher und wird weniger schnell schmutzig. ;-) Ist auch geil, dass ich mehr auf dem rechten Bein stehe und auch mehr mit diesem laufe. Dadurch nutzt sich das linke Bein weniger ab und ich kann es später gewinnbringend bei eBay verticken ;-) Jeder Mensch, der solche strukturellen Veränderungen an sich spüren würde, möchte wieder ausgewogen sein und die körperlichen Einschränkungen und Unbeweglichkeiten los werden.

 

Von einem Normalbürger erwarte ich jetzt nicht, dass er sich selbst spürt. Obwohl ich da immer wieder positiv überrascht werde. Bei Feldenkrais-Lehrern liegen die Ansprüche jedoch höher. Vermutet man zumindest. Und wenn Zemach-Bersin geschätzte 40 Jahre eine Bewegungsmethode intensiv praktiziert und lehrt und dann ja doch über die gleichen strukturellen Ungleichgewichte und körperlichen Einschränkungen verfügt wie der Normalbürger, muss er diese Frage beantworten können: Für was überhaupt Feldenkrais?

 

Nun erwarte ich ja nicht, dass ein Mensch perfekt oder gar symmetrisch ist. Hierzu hatte ich ja schon diesen Beitrag verfasst. Wenn überhaupt können wir nur die Begrifflichkeit "strukturell ausgewogen" verwenden. Nach 40 Jahren "Bewusstheit durch Bewegung" in Selbsterfahrung und Lehre ist die Struktur von "ausgewogen" sehr weit entfernt und bei Zemach-Bersin als äußerst behandlungsbedürftig einzustufen.

 

Womöglich denken Sie jetzt, ich hätte mir ein einziges negatives Beispiel herausgepickt? Eigentlich hätte ich hier unzählige Feldenkraisler verewigen können. Beispielsweise eine weitere Koryphäe des Feldenkrais, Frank Wildman (links im Bild).

 

Der mit seinem eingefallenen Brustkorb, dem runden oberen Rücken, dem weit vor dem Körper getragenen Kopf und seinen verdrehten Armen und Händen ebenfalls zeigt, wie durcheinander sein Nervensystem ist. Ein Mensch, dem eine Bewusstheit über sich fehlt. Und dem nach 40 Jahren Feldenkrais verborgen bleibt, wie unbeweglich er eigentlich durch die Verschiebungen im Körper ist.

 

Ein Feldenkrais-Lehrer, der seine eigene Person sicher als sehr beweglich und in Ordnung empfindet. Jedoch nie die Leichtigkeit und Mühelosigkeit in der Bewegung erreichen wird wie ein struktuell ausgewogener Mensch. Um den Kopf so weit vorn zu halten, müssen nun mal die rückwärtigen Muskeln unnötig anspannen und permanent Arbeit verrichten. Ursprünglich elastische myofasziale Bindegewebsschichten kämpfen Tag und Nacht gegen den Zug der Beuger auf der Vorderseite an. Anstatt im feinen Wechselspiel mit den vorderen Faszien zu agieren und beim Beugen des Kopfes Länge und Entspannung zu bekommen.

 

So sind die Nackenmuskulatur und die sie umgebenden faszialen Bindegewebe dauerkontrahiert. Und mit chronisch unelastischen Faszien lässt sich nun mal ein weit vor dem Körper getragener Kopf schwer drehen. Und noch viel weniger lässt sich so eine Gesamtgeschmeidigkeit im Körper erreichen, wenn 7 kg ständig weit vor dem Körper hängen. Auch hier bleibt mir verborgen, durch was sich Wildman von der Couchpotatoe seines Alters unterscheidet. Außer dass er glaubt, er könne sich bewegen. Er  jedoch keine Bewusstheit über die Realität hat und im Ergebnis unbeweglich ist.

 


Erst wenn man bei Wildman den Brustkorb und den Bauch öffnen würde, bekäme er eine Idee, wie Atmen funktioniert und wie sich ein befreiter Atem im oberen Brustkorb anfühlt. Erst wenn der Kopf wieder oben sitzt, würde er sofort merken, dass sich sein Haupt viel müheloser und weiter drehen lässt. Und erst dann käme er selbst zu der realitätsnahen Erkenntnis, dass er vorher ziemlich unbeweglich war. Rechts gegenüber sehen Sie Franky Manning nach 70 Jahren Tanztraining. Möchten Sie lieber so aussehen wie Wildmann oder lieber wie Manning mit 93? Ja, Sie haben richtig gelesen... 93!

 

Franky Manning - mit Spaß am aufrechten Bewegen

Wenn Sie denken, dass ich jetzt meine eigene Methode als die Beste darstelle oder gar als dem Feldenkrais überlegen, irren Sie sich. Hier geht es ja auch weniger um "Überlegensein von Methoden", sondern mehr um überlegen im Sinne von klar denken. Und da gab und gibt es genug andere Menschen, denen Moshe Feldenkrais nicht mal annähernd das Wasser reichen konnte.

 

In diesem Video sehen Sie Franky Manning. Manning gilt als der Mitbegründer und Botschafter des Lindy Hop, einem Tanzstil des Swing. Ziehen Sie sich ruhig die 2:39 rein und raten Sie mal, wie alt Manning in diesem Video ist. Sehen Sie diese Lebensfreude, dieses Improvisationsvermögen und den Bewegungsreichtum.

 

Wenn Sie sich Feldenkrais im Video betrachten und dagegen die Videos von Franky Manning. Da liegen doch Welten dazwischen. Ich würde sagen, Moshe hätte bei Franky Tanzunterricht nehmen können und sogar müssen. ;-) Wie gut, dass es nie dazu gekommen ist. Feldenkrais hätte Manning bestimmt erst mal lang und breit erklärt, wie man richtig tanzt. ;-) Ich behaupte mal, dass Manning mehr mit seinen Beinen anzufangen wusste, als Feldenkrais überhaupt mit seinen Armen. Manning war übrigens in diesem Video 75 Jahr jung. Auf den Videos oben ist Feldenkrais in einem ähnlichen Alter, maximal 2-3 Jahre älter.

 

 

Im Video unten sehen Sie Franky Manning auf einem seiner Workshops. Da ist das verrückte Huhn 93 Jahre alt! Immer noch voll lebendig, voller Humor mit einer sehr sympathischen Ausstrahlung zeigt der 93jährige den 30jährigen, wie man Lindy Hop tanzt. ;-) Obwohl man ihm ansieht, dass die Hüftgelenke anfangen zu klappern, die Kniegelenke mal frisches Öl bräuchten und die Fußgelenke vor dem Krieg das letzte Mal durchbewegt wurden ;-), ist sein Rumpf immer noch aufgerichtet und lang. Schlank mit einem geöffneten Brustkorb trägt er seinen Kopf immer noch über dem Körper. Eine grundlegende Voraussetzung für die Orientierung im Raum und das Gleichgewicht. Wenn wir Feldenkrais und Manning im Video sehen, dann sehen wir zwei völlig unterschiedliche Menschen. Da der pummelige, komprimierte und unbewegliche Feldenkrais, der aussieht wie jedes Lieschen Müller in seinem Alter. Auf der anderen Seite einen 93jährigen Manning voller Lebensfreude und Humor mit aufrechtem Körper und dem Kopf oben drauf.

 

Manning redet und demonstriert in dem Video. Doch immer wieder sehen Sie ihn zwischendrin und am Ende des Videos mit 93 Jahren in Aktion zur Musik. Wunderbar wie er in dem Alter zur Musik bei 9:34 Minuten "mitsingt" und während und nach dem Tanzen einfach zu den Teilnehmern spricht. Ohne irgendwie außer Atem zu geraten oder tief Luft holen zu müssen. Ein wichtiges Indiz für absolute Bewegungsqualität. Franky Manning starb mit 95 Jahren und er ist einer der Menschen, die ich gern kennengelernt hätte.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 28
  • #1

    Joe (Sonntag, 31 Dezember 2017 17:15)

    Sie haben Feldenkrais nicht verstanden!

  • #2

    Frank W. Demann (Sonntag, 31 Dezember 2017 17:28)

    Eben weil ich Feldenkrais verstanden habe und mit offenen Augen durch die Welt gehe, konnte ich diesen Beitrag schreiben.

  • #3

    Simon (Donnerstag, 04 Januar 2018 21:31)

    blablabla - andere schlechtreden, aber nichts Eigenes vorweisen können.

  • #4

    Frank W. Demann (Freitag, 05 Januar 2018 15:54)

    Die Schöpfungshöhe der Kommentare entspricht der Froschperspektive. In der man sich ja im Feldenkrais auch überwiegend bewegt. ;-)

  • #5

    Feldenkraisexperte (Samstag, 06 Januar 2018 15:14)

    Also ich habe Ihren Beitrag mehrmals gelesen. Wenn Sie ohne Beleidigung ausgekommen wären, wäre der Beitrag sicher angenehmer zu lesen. Unabhängig von Ihrer Sichtweise können Ihnen viele Feldenkrais-Praktizierende bestätigen, dass viele Gebrechen wie Rückenschmerzen, Schulterschmerzen und ähnliches verschwunden sind oder sich stark gebessert haben. Wie lässt sich das dann erklären? Danke für Ihre Antwort.

  • #6

    Frank W. Demann (Samstag, 06 Januar 2018 18:26)

    Erstmal danke für den sachlichen Kommentar. Es kommt immer darauf an, was unter persönlicher "Beleidigung“ verstanden wird. Für mich ist die Körperstruktur und die mangelnde Bewegungsqualität vom Moshe Feldenkrais und viele seiner Lehrer eine Beleidigung. So hat jeder seine Beleidigung. ;-)
    Zu Ihrer Frage: Abzustellen ist auf die Zielgruppe. Rückenschmerzen entstehen, weil man entweder gar nichts für sich tut oder das was man tut, völlig falsch tut. Und wie auf unzähligen Feldenkrais-Videos zu sehen ist, handelt es sich in der Regel um eine Zielgruppe, die schon Jahre nichts mit sich oder für sich getan hat. Ob diese Spezies jetzt mit Feldenkrais, Yoga, Tai Chi, Fitness oder mit Volleyball beginnt, spielt erstmal überhaupt keine Rolle. Sobald einer, der sich über 20 oder 30 Jahre in wenigen stereotypen Bewegungsmustern bewegt, wieder Leben in seinen Bewegungsapparat bringt, können Schmerzen verschwinden oder weniger werden. Es gibt unzählige Leute, die Ihrer Rückenschmerzen mit irgendeinem Sport (erstmal) wegbekommen haben und auf diese Sportart oder körperliche Methode schwören. Selbst bei unseren Barfußschuhen haben wir wiederholtes Feedback, dass Rücken- und Schulterbeschwerden durch das Tragen innerhalb weniger Tage verschwanden. Daraus zu schließen, dass beim Tragen von Barfußschuhen prinzipiell Rückenschmerzen verschwinden, wäre natürlich völliger Humbug. So sehe ich das auch bei Feldenkrais. Möglicherweise verschwinden Rückenschmerzen und ich fühle mich im unteren Rücken subjektiv beweglicher. Wenn es mir jedoch nicht gelingt, strukturell "aufrecht" zu sein und mich mühelos im Schwerefeld der Erde zu bewegen, werde ich immer ein eigentlicher steifer Klotz sein. Und eben weil das nicht mit Feldenkrais gelingt, kenne ich einige Leute, die regelmäßig Feldenkrais machen müssen. Weil die Rückenschmerzen wie ein Damoklesschwert über ihnen hängen. Sobald sie mal zwei Wochen frei von Feldenkrais vertikal bleiben, gehen die Rückenschmerzen wieder los. Ich habe, zumindest aus meiner Sicht, ;-) den obigen Beitrag übrigens noch ganz nett geschrieben. Denn was ich bis dato unerwähnt lies: Meine Wenigkeit und auch einiger meiner Kollegen haben schon einigen Feldenkraislehrern fasziale Sitzungen gegeben. Grund: Rückenschmerzen. Ein Feldenkraislehrer hatte sich sogar am unteren Rücken operieren lassen, bevor er bei uns Sitzungen gebucht hat. Sie dürfen auch davon ausgehen, dass ich sehr ehrlich bin. Und keinen Beitrag schreibe so nach dem Motto: Jetzt drücke ich denen mal eins rein. Ich habe Feldenkraislehrer behandelt… monatelang zu Feldenkrais recherchiert… und auch selbst Feldenkrais mit mir gemacht. ;-) Deswegen gibt es eigentlich den Beitrag. Danach fühlte ich mich immer irgendwie durcheinander im Körper und dysfunktionell. Erst als ich mir wieder von einem Kollegen eine Senmotic-Sitzung habe geben lassen, fühlte ich mich wieder strukturell ausgewogen, bewegte mich wieder ganzkörperlich von Kopf bis Fuß und war eins mit mir. Ich habe gedacht, dass kann doch nicht sein und habe dieses Spiel über Monate mit mir gespielt. Mit den unterschiedlichsten Feldenkrais-Lektionen. Immer fühlte ich mich danach durcheinander und strukturell unausgewogen. Und da habe ich angefangen, darüber nachzudenken und zu forschen, weil ich dachte, irgendwas läuft doch hier schief. (Im Wortsinn) ;-) Was ich dann herausfand, haben Sie ja oben lesen. ;-) Wenn ich Ihre Welt wieder gerade rücken soll, geht das ganz einfach. Drucken sie sich den Beitrag aus, streichen Sie „Feldenkrais“ und schreiben Sie einfach „Yoga“ hin. Die Yogis sehen strukturell häufig noch schlimmer aus und sind im Vergleich zu einem Feldenkraislehrer eigentlich völlig steif. Ist eben alles relativ. ;-)

  • #7

    Andreas B (Sonntag, 07 Januar 2018 00:05)

    Herr Demann, ich wundere mich ein wenig über den Aufwand den Sie betreiben die negativen Aspekte von Feldenkrais und seiner Methode herauszukehren.
    Für mich liegt der Sinn dieser Methode darin, sich mit den Bewegungen des eigenen Körpers auseinanderzusetzen um die Qualität der Bewegung zu verbessern. Ich gebe Ihnen Recht, es ist irgendwie eine Try and Error Methode. Was ist aber daran verkehrt ?
    Ich versuche Bewegungen auf unterschiedliche Weisen auszuführen und alleine durch meine Aufmerksamkeit (Atem, Spannungen, Anstrengung etc. ) merke ich, welche Ausführung besser für mich ist.
    Das sollte Ihnen doch eigentlich zusagen. Besser und zielführender als „Du mußt das so machen !“ ist diese Methode meiner Meinung nach auf jeden Fall.
    Ich treibe keinen Personenkult, soweit ich weiß hat der ältere Herr dieses „Verfahren“ entwickelt und das finde ich gut. Auch die Erkenntnis, den Reiz zu reduzieren, damit man die Unterschiede besser spüren kann ist für mich eine weitere wichtige Erkenntnis gewesen.
    Mir war es ein Schlüssel, um die Qualität meiner eigenen Bewegungen zu verbessern. Den Arsch hochkriegen und an sich arbeiten muß man natürlich selbst. Ich nehme auch nicht an irgendwelchen Kursen teil sondern arbeite an mir selbst und ja, natürlich vor allem wenn es hier und da mal zwickt.
    Im Gegensatz zu meiner aktiven Sportlaufbahn bin ich heute viel leichtfüßiger und harmonischer unterwegs. Das übrigens, obwohl mir ein Orthopäde vor 20 Jahren ein „neues“ Kniegelenk empfohlen hat, was er sich mal lieber selbst reinbasteln soll.

    Ok, Sie können natürlich sagen, mit Ihrer Anleitung hätte ich es besser hinbekommen.

    Wenn Sie sich besser bewegen können als Feldenkrais – seien Sie froh. Ob Sie deshalb ein besserer Lehrer sind, kann ich nicht beurteilen. Nicht Jeder Spieler ist ein guter Lehrer ( und umgekehrt ).

    Sie wissen wie man gute Schuhe herstellt, das kann ich Ihnen bestätigen.

    Für meinen Geschmack analysieren sie mit einer scharfen Klinge, wie man es eher selten findet. Ihre Schlussfolgerungen sind allerdings meines Erachtens nicht immer logisch und Sie schreiben mit sehr scharfer Feder und polarisieren damit wissentlich.
    Sie würden vermutlich sagen: Ich schreib das, was ich meine – fertig.

    Ach ja- wenn Sie schon die Haltung von Herrn Zemach-Bersin auf dem Bild kritisieren, so sollte Ihnen doch auch aufgefallen sein, daß das Skelett hinter Ihm auch ganz windschief in der Gegend rumsteht, oder ist es nur die Perspektive, die da täuscht ?
    Wenn ich mich nicht irre, dann liegt da noch so´n Knochenkerl völlig verdreht hinter der Trennwand auf den Stühlen, der geht ja gar nicht ;-)

    Gruß

    Ein kritischer, zufriedener Kunde

  • #8

    Frank W. Demann (Sonntag, 07 Januar 2018 02:53)

    Danke für den Kommentar. In den Anführungszeichen stehen meine Zitate aus Ihrem Kommentar.
    "Try and Error Methode. Was ist aber daran verkehrt ?"
    Was ist daran richtig? Und wonach überprüfen Sie objektiv, dass es richtig ist? Nur weil etwas leichter geht, heißt es noch lange nicht, dass es funktionell ist. Wenn Sie eine Art haben, sich nach vorn zu beugen und Sie finden eine Möglichkeit, die es Ihnen leichter macht, bedeutet das gar nichts. Es kann auch sein, dass Sie bei zwei falschen Möglichkeiten sich für die entscheiden, die sich subjektiv besser anfühlt. Es kann immer noch viel zu umständlich sein. Man glaubt jedoch fäschlicherweise jetzt wäre es richtig oder besser. ;-) Wie ich schon in meinem Beitrag geschrieben habe, geht es im Feldenkrais um "gefühlte" Wahrheiten. Und die sind zutiefst subjektiv und auch irreführend. Kleines Beispiel: Wenn Sie onanieren, kommen Sie zum Orgasmus. Hoffe ich zumindest für Sie.;-) Aber glauben Sie mir, so schön das in Ihrem Kopf mit Angela Merkel auch war. ;-) Sie hatten keinen richtigen Sex mit ihr. ;-) Feldenkrais ist für mich wie onanieren. Nur eben ohne Hände und ohne Angela Merkel. ;-)

    "Besser und zielführender als „Du mußt das so machen !“ ist diese Methode meiner Meinung nach auf jeden Fall."
    Es gibt jedoch das nervale "Du musst es so machen". Ihr Nervensystem organisiert Bewegung und gibt gemäß Anatomie und Physiologie genau vor, welche Bewegung in welcher Reihenfolge erfolgt. Dies ist bei jedem Menschen gleich organsiert. Schließlich kann jeder mit seinem Bizeps nur seinen Unteram beugen und drehen. Insofern bedarf es gar kein "Herausfinden wie ich eine Bewegung besser machen kann". Ich brauche Ihnen das nur sagen und dann können Sie die Bewegung gleich richtig machen. Vorausgesetzt, Sie verfügen über eine ausgewogene Struktur und Ihre Muskeln können den Befehlen des Nervensystems folgen. Übrigens ist Feldenkrais auch "Du musst es so machen". Oder legen sich die Schüler auf dem Boden und jeder macht was er will? Es gibt ganz genaue Anweisungen wie Arme und Beine zu halten sind, um eine Lektion auszuführen und das gewünschte Ergebniss zu erzielen oder sich zumindest anzunähern. Dann kann man den Schüler auch gleich die Bewegung richtig machen lassen. Denn ein weiterer Irrweg im Feldenkrais ist es anzunehmen, dass Sie etwas lernen. Sie können nicht lernen, was Sie schon gelernt haben. Sie haben sich schon mal so auf den Boden gesetzt, wie Sie es dann im Feldenkrais wieder angeblich "neu" entdecken. Gelernt haben sie gar nichts. Sie haben sich nur einmal im Kreis gedreht und machen es endlich wieder so, wie Sie es schon vor vielen Jahren ganz selbstverständlich getan haben.

    "Nicht Jeder Spieler ist ein guter Lehrer ( und umgekehrt )."
    In Ihrer Disziplin mag das gelten. In unserer Disziplin wäre das ein Armutszeugnis. Und Franky Manning hätte das sicher auch ganz anders gesehen. ;-)

    "Für meinen Geschmack analysieren sie mit einer scharfen Klinge, wie man es eher selten findet."
    Da bin ich ganz nah bei Ihnen. Findet man echt selten. Die meisten ergehen sich doch in seichten Belanglosigkeiten und verharmlosen im Konjunktiv. Und um es nochmals zu wiederholen: Warum sollte ich nicht sagen dürfen, dass ein fettes Pferd fett ist?

    "Ich schreib das, was ich meine – fertig."
    Gut erkannt. ;-) Und vor allem sage und schreibe ich Selbstgedachtes. Das ist wohl der größte Unterschied zu meinen Mitbürgern. Das zu sagen was ich selbst denke und es so zu sagen, wie ich das will, halte ich für die größte Freiheit, die man als Mensch erreichen kann.

    "Haltung von Herrn Zemach-Bersin auf dem Bild kritisieren"
    Ich kritisiere nicht. Ich stelle eine Tatsachenbehauptung auf. Ein Beckenrotation ist eine Beckenrotation. Übrigens war ich (heimlich) auf einem Lehrgang von Zemach-Bersin. Ich bin auf dem rechten Bild zu sehen. Und zwar verstecke ich mich in der Tasche neben dem Schreibtisch. ;-) Und habe, wie deutlich zu sehen ist, die Spitze der Schreibtischplatte gegen sein Hinterteil geschoben, damit er schräg steht. ;-) Und dann hat ein Kollege von mir gegenüber aus einer anderen Tasche ein Foto geschossen. ;-)

    Zu Wildmann verlieren Sie kein Wort. Ebenso wenig zu Moshe Feldenkrais. Ich geben Ihnen das Recht, dass der ältere Herr Feldenkrais ein Verfahren entwickelt hat. Nur wohin das bei ihm selbst und zahlreichen Lehrern geführt hat, will keiner sehen. Spüren schon mal gar nicht. Ein Verfahren, welches dazu führt, dass der Körper komprimiert und der Kopf im Lauf der Jahre nach vorn wandert und sich ein Rundrücken bildet, halte ich persönlich für untauglich. Genau das bekommt man auch ohne Feldenkrais mit stundenlangen Fernsehen prima hin. Nur das diese Leute dann ehrlicher sind. Die behaupten nicht von sich, dass sie sich gut bewegen können. ;-) Die sehen und spüren an ihrem Körper die harte Realität.

  • #9

    Bewegungsexperte (Mittwoch, 10 Januar 2018 15:01)

    Ich frage mich, warum sie sich so gegen Feldenkrais ins Zeug legen? Langeweile oder läuft der eigne Laden nicht und sie müssen von sich ablenken? Das Moshe Feldenkrais ein paar Kilo zuviel hatte sehe ich auch. Der hat sich sicher damit immer noch besser bewegt als sie es jemals können. Sie sollten mal eine Stunde bei uns nehmen. Damit sie überhaupt begreifen um was es geht!!!!

  • #10

    Paul (Donnerstag, 11 Januar 2018 12:46)

    Ich bin dazwischen. Weil ich weiß, dass Feldenkrais versuchte, einige Alexander-Technik-Konzepte zu verwenden ... aber da Alexander nicht durch Übungen gemacht wird, entwickelte er seinen Ansatz für Gruppen (also weniger teuer) und mit Übungen (solche Leute).
    Andererseits ist Manipulieren, wie Rolfing & Co, nicht die Lösung, weil das "Problem" in uns ist, so dass ein Therapeut von außen "etwas" sehen kann, aber er kann den Körper nicht verändern, er kann es versuchen, aber wenn Menschen sich "benutzen". verändern auch Beziehungen in den Körper. Also ist die wirkliche Sache, wie Sie Ihre Zeit während des Tages nutzen. Sie können sich in positiver oder negativer Richtung verhalten.

  • #11

    Lisa (Donnerstag, 11 Januar 2018 14:29)

    Ich mag Ihre Beiträge sehr. Und Sie sagen hier ja nichts falsches. Sie analysieren die Körperhaltungen und weisen darauf hin, wie sich ein "strukturell ausgewogener" Körper bewegt. Ich fände es sehr spannend was sie zu Yoga, Pilates und der Spiraldynamik sagen. Vielleicht kommen dazu ja auch noch Artikel.
    Mich jedenfalls bestärkt es weiter darin, irgendwann eine Senmotic-Faszientherapie in Anspruch zu nehmen. Seid einem Kurs im Jahr 2014, um Bewegungsverhalten zu analysieren, lässt mich das Thema nicht los. Derzeit bin ich schwanger, sodass sich das jedoch erst mal etwas nach hinten verschiebt.

  • #12

    Frank W. Demann (Dienstag, 16 Januar 2018 17:43)

    Um meinen Beitrag nochmals zusammenzufassen: Ich stelle die These auf, dass sich Menschen mit Übergewicht und/oder verdrehten Beinen, Beckenrotationen, Rundrücken und weit vor dem Körper getragenen Köpfen nicht so bewegen können, wie Menschen mit ausgewogenen Strukturen. Meine Thesen habe ich auf Moshe Feldenkrais und einigen bekannteren Lehrern dieser Disziplin gestützt. Als positives Beispiel für eine relativ ausgewogene Struktur und dem damit einhergehenden Bewegungsvermögen habe ich Moshe Feldenkrais einen 93jährigen Tanzlehrer gegenübergestellt. ;-)

    Kommt hier inhaltlich noch was und widerlegt irgendein Feldenkrais-Lehrer meiner These? Und führt hier fundiert aus, wieso sich ein fettes Pferd mit ungleich langen Beinen, einer Beckenrotation und einem tief hängenden Kopf viel besser und schneller bewegen kann als ein gesundes Pferd? Sonst würde ich demnächst den zweiten Teil veröffentlichen. Und zwei Originalschülerinen von Moshe Feldenkrais und heutige Koryphäen vorstellen, die jeweils über 50 Jahre Feldenkrais auf dem Buckel haben. Letzteres meine ich im Wortsinn!

  • #13

    Bernd (Sonntag, 21 Januar 2018 23:26)

    Bitte Teil 2 !!! Kann es kaum erwarten.

  • #14

    Andrea (Dienstag, 23 Januar 2018 03:03)

    Nett. Wieder mal ein post von F. D. , den ich gerne rumschicke in meinen Info-Mails. :-)
    Jetzt zitiere ich mich mal selber. Aus meinem post vom 18.01.2010 auf Ihrem früheren Blog, der leider aus dem web verschwunden ist. Wo Ronny Liebmann, dem ich meinen Futon verdanke, über Thomas Hanna geschrieben hat. Awareness und SMA und so.

    Zitat:
    "Ich habe vor Jahren mal den Fehler gemacht, meine Zeit mit Feldenkrais zu verschwenden. Die Therapeutin (Physiotherapeutin und Feldenkrais-Lehrerin) hatte keine Ahnung, noch nicht mal von dem, was wirklich gute Physiotherapeuten an Koordinationsfehlern und Bewegungseinschränkungen sehen würden.

    Na ja, wenn man denkt, grottiges Bewegen ist ok, wenn ich nur weiß, was ich tue......Ich war halt noch recht naiv damals und habe mich von Feldenkrais-Lobpreisungen in Tanzzeitschriften blenden lassen. Würde mir heute nicht mehr passieren. Ich hatte ein Buch von Feldenkrais gelesen, was ziemlich verünftig klang und Thomas Hanna hielt ja wohl auch viel von Feldenkrais' Arbeit. Frank Demann hat schon recht: nicht sehr überzeugend, wenn die Methode bei ihrem Erfinder nicht funktioniert, ist das schon merkwürdig. Das Video ist ja wirklich grausig. Das Zitat von Jacoby kenne ich auch.“

    Ich hatte auch mal eine bekannte Feldenkrais-Lehrerin - mit langjähriger Erfahrung- als Tanzschülerin. Die bewegte sich genauso ….ähm….unzusammenhängend, wie die couch potatoes im Kurs. Das hat mich doch geflasht.
    Eine gute Spiraldynamik-Physiotherapeutin hat dann wirklich was gebracht. Die Übungs-DVDs von den Spiraldynamik-Leuten und das Lehrbuch waren auch hilfreich. Viele Fotos. Und halt im Alltag umsetzen. Katy Bowman und Esther Gokhale waren dann weitere hilfreiche Horizonterweiterungen.

    Awareness ist nett, aber ich hätte nie den Unterschied gespürt, also wirklich erlebt, zwischen gut koordinierter Bewegung und schiefgelaufener Motor-Ontogenese ("Zivilisationskrankheit").
    Da braucht es „hands on“- Arbeit“ von der Therapeutin. Ohne das bleibt man im alten Muster. Meine DIY - Korrekturen vorher waren Verschlimmbesserung. Das Gegenteil von dem machen, was nicht gut ist. Also gegenteiliges Falsch. Böse Falle. Persönliches Gefühl ist eh trügerisch und das Nervensystem eine bitch.
    Dann wußte ich auch, warum ich in Klimmzügen so eine Niete war obwohl ich locker mit einem 85kg Mann huckepack back squats machen konnte ohne jedes Krafttraining just for fun. Krafttraining im alten Muster wäre bei meinen Schlappi-Klimmis nutzlos und schädlich.
    Hätte ich das alles früher gewußt….. :-(

    Jetzt wäre wohl noch Faszienbehandlung nötig, für die Sachen, die nicht durch selber bewegen, sondern durch einen Faszien-Therapeuten anzugehen sind.

    Übrigens:
    Frankie Manning, der Choreoraph und Tänzer bei „Whitey’s Lindy Hoppers“, hat 1955 aufgehört mit dem Tanzen und als Postangestellter gearbeitet, bis er 30 Jahre später durch das „Swing Revival“ wiederentdeckt wurde. Also ohne 30 Jahre Pause wäre er später dann noch besser gewesen schätze ich.

    Frankies Choreo aus dem Film „Hellzapoppin‘“ (1941) ist übrigens legendär.
    Hier ist das Video.
    https://www.youtube.com/watch?v=YFpU5ypLrKQ

    Weitere Beispiele von gaaaanz vielen auf you tube, daß chronologisches „Alter“ nicht die Ursache für Bewegungsverblödung ist:

    Fred Astaire im zarten Alter von 68:
    https://www.youtube.com/watch?v=yvLVsMo9dds

    Eine 71jährige Hip Hop-Tänzerin
    https://www.youtube.com/watch?v=neJ2FDDwDvY

    Und dann die Turnerin aus Halle – Johanna Quaas . Inzwischen 92 geworden.
    https://www.youtube.com/watch?v=WfJU7Y5KCw4
    https://www.youtube.com/watch?v=0JWePnHeniM




  • #15

    Sebastian (Mittwoch, 24 Januar 2018 18:20)

    Unbedingt Teil 2 - es ist ein Fest wie sich Herr Demann um Kopf und Kragen schwadroniert ;-)

  • #16

    Frank W. Demann (Mittwoch, 24 Januar 2018 18:34)

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 5

  • #17

    Rainer (Mittwoch, 24 Januar 2018 21:34)

    Mehr Kritik an der Methode als an dem alten, fetten und unbeweglichen Mann hätte ich mir gewünscht. Auch ich finde diese ganze Feldenkrais-Szene sehr merkwürdig. Hat schon fast was sektenartiges wie der unfehlbare, geniale Feldenkrais verehrt wird und es wenig fundamentale Weiterentwicklung gibt. Außerdem haben viele Lehrer sehr wenig anatomisches Verständnis und kommen sehr esoterisch und New-Age mäßig rüber. Das gleiche Gefühl habe ich aber auch bei den Alexander-Technik-Lehrern. Wenig eigenständiges Denken und Weiterentwicklen bzw. in Frage stellen.
    Ich hoffe in Teil 2 wird auch Thomas Hanna behandelt.

  • #18

    Peter Scholten (Montag, 29 Januar 2018 13:19)

    Was sich hier vielen offensichtlich nicht erschliesst: Es geht doch darum, wem man mit seiner Gesundheit und seiner Zeit trauen darf.
    Die wenigsten von uns würden einen Englischlehrer akzeptieren, der in London den Weg zum Bahnhof nicht erfragen kann. Oder dem Vermögensberater, der uns um 50€ für Benzin anpumpt. Da wird (leider nur fast) allen Menschen klar, dass es solchen Mitbürgern an der nötigen Fachkenntnis fehlt.
    Im Gesundheitsbereich hingegen legen eben viele Hilfesuchende solche Kriterien nicht an. Da geben etwa adipöse Menschen Tipps zur richtige Ernährung. Oder es dozieren eben Leerkörper zu Bewegung, obwohl deren Bewegungsqualität sich selber im unteren Durchschnitt anordnet.
    Natürlich kann man von solchen Menschen auch etwas lernen, aber eben nur, wie es nicht geht. Sie können von dicken Ernährungsberatern lernen, wie man sich nicht zu ernähren hat. Oder von Feldenkrais, wie man sich nicht zu bewegen hat.
    Leider, und das hat eine Leserin bereits völlig korrekt angemerkt, ist das Gegenteil von falsch nicht richtig, sondern oft einfach nur seitenverkehrt falsch ;)

    Interessanterweise behaupten ja manche Leser hier, der Feldenkrais bewege sich doch irgendwie gut. Das ist dann schon erstaunlich. Dabei würden mir die meisten Menschen schon recht geben, wenn ich postuliere, dass natürliche Bewegung leicht, geschmeidig und anmutend wirken muß. Ebenso wie Ihre Katze oder eben Frankie Manning das so toll vormachen. Oder auch Kinder. Und wer deren Bewegungsmuster einmal analysiert, der kommt zum Beispiel zu der Erkenntnis, dass natürliche Bewegung immer alle Gelenke, von den Füßen bis zum Kopf, an jeder Bewegung beteiligt.
    Ältere Menschen hingegen, trennen Bewegungen, halten ganze Körpersegmente fest und wirken daher steif.
    Wer sich jetzt mal unter so ganz einfachen Gesichtspunkten viele Feldenkrais Übungen (und Übende) anschaut, muss doch im stillen Kämmerlein zugeben, dass diese einfachsten Anforderungen nicht erfüllt werden können. Dass viele Übungen von unbeweglichen Menschen mit steifen Gelenken vorgemacht werden.

    Und es bringt eben nichts, ganz tief in sich zu fühlen, wie sich falsche Bewegungsmuster anfühlen. Und sich dann zu freuen, dass man solche falschen Muster noch lockerer ausführen kann. Locker falsch ist halt immer noch falsch.

  • #19

    Simon (Samstag, 03 Februar 2018 21:02)

    Wie wärs mal mit Bildern und Videos von Senmotiv Leuten?

  • #20

    Frank W. Demann (Sonntag, 04 Februar 2018 10:37)

    Und wie wäre es mal mit Lesen? "Und ebenso darf ich betonen, dass dies meine persönliche Meinung ist und keinesfalls repräsentativ für Senmotic steht." Und wie wäre es mal mit richtig schreiben? Wir haben kein Motiv. Und wir wäre es mal mit selbst bemühen? Bei Youtube beispielsweise?

  • #21

    Josh (Montag, 05 Februar 2018 20:11)

    Ich weiß gar nicht, warum die den Demann hier so angehen? Doch nur, weil manche die Wahrheit nicht vertragen und sich ihre heile Blümchenwelt nicht kaputt machen lassen wollen!!! Ich persönlich würde nie zum Feldenkrais gehen, wenn man mir den Feldenkrais mal vorher auf Videos zeigen würde. Sieht doch ein Blinder, dass der sich bewegt wie alle. Nur stellenweise noch schlimmer!!! Und Demann hat völlig Recht. Feldenkrais war schon ein Bewegungskasper. Da fallen die Schüler nicht weit vom Stamm! Von Buckeligen Bewegung lernen wollen.. ich lache mich kaputt.

  • #22

    Simon (Donnerstag, 08 Februar 2018 18:43)

    Ah das ist also die Bewegungsqualität des Senmotic... https://www.youtube.com/watch?v=wB3wzQ-IvNk
    Nur unwesentlich schlechter als die Bildqualität ;) Und wie aufrecht und schlank diese Senmoticer sind!!!

  • #23

    Frank W. Demann (Montag, 19 Februar 2018 10:34)

    Tja Simon... zwei mir völlig fremde Leute, die mal irgenwann vor mindestens 10 Jahren einen Kampfkunstlehrgang besucht haben, den ich in Athen gegeben habe. Mit fehlt auch die Zeit, durch Gr zu tingeln. Nur um zwei Leute ausfindig zu machen, die ein uraltes Logo von uns widerrechtlich benutzen und mit denen zu schimpfen. Möglichweise ist es Dir auch noch nicht aufgefallen: Ich schreibe hier über Feldenkrais himself und einige Lehrer, die schon 30 Jahre dabei sind. Und nicht über irgendwelche Lehrgangsbesucher von Feldenkrais-Kursen. Abschließend eine Bitte: Wenn Du die Stilmittel des Sarkasmus, des Zynismus und der Ironie benutzt, dann bitte so wie ich. Mit Substanz! Sofern dies überhaupt möglich ist, wenn man die Welt überwiegend aus der Babyperspektive betrachtet. Wie halt im Feldenkrais üblich. ;-))

  • #24

    Simon (Donnerstag, 01 März 2018 21:46)

    Ja dann poste doch mal Bilder oder Videos von Dir... mit Substanz wenn möglich

  • #25

    Tim (Sonntag, 11 März 2018 17:19)

    Gibt´s das Senmotic als Kampfsport noch? Oder nur noch als Therapie?

  • #26

    Frank W. Demann (Dienstag, 13 März 2018 07:36)

    @ Simon

    So oberflächlich kann man doch nicht sein und Bilder von mir auf einer Webseite verlangen, auf der Bilder von mir zu sehen sind?

    @Tim

    Vereinzelt gibt es das noch. Ich gebe Privatunterricht, der Peter Scholten in Wiesbaden führt eine öffentliche Schule. Und ebenso der Tino Richter in Berlin. Wir sind jedoch dabei, auch damit stärker in die Öffentlichkeit zu gehen und wieder Schulen zu gründen. Ich müsste nur von der Zeit, die ich derzeit nicht habe, etwas wegnehmen und darin investieren. ;-) Ich arbeite an einem Buchprojekt über KK und denke, dass es im Herbst erscheinen wird. Als PDF kostenlos zum Download. Dann werden wir weiter sehen...

  • #27

    Simon (Montag, 23 April 2018 08:02)

    So oberflächlich kann man doch nicht sein, zu glauben, anhand des Kopfes schon alles über die Körperstruktur sagen zu können! Viel mehr geben die Bilder hier ja nicht her.

  • #28

    Frank W. Demann (Montag, 23 April 2018 11:17)

    Ach so... Simon hat nur eine Meinung. Jedoch gar keine Ahnung. Normalerweise kann man vom Gesicht (z.B welches Auge ist höher und/oder weiter vorn) den Weg rückwärts bis zu den Füßen gehen. Und so vom asymetrischen Gesicht den Verschiebungen und Spannungsverläufen abwärts folgen. Ist ja jetzt blöd, dass Du so gar keine Ahnung hast und trotzdem hier schreibst. Sei jedoch beruhigt. Du bist viele. ;-)