Faszienfitness - die neue Sau im Dorf

Herr Demann, mein Arzt hat gesagt, ich hätte verklebte Rückenfaszien und ich soll die mit einer Rolle lösen. Guten Tag Herr Demann, bieten Sie auch ein funktionelles Faszientraining an? Hallo Herr Demann, ich trainiere regelmäßig meine Faszien - fühle mich jedoch einen Tag später trotzdem wieder verspannt… Die Anfragen in diesem Stil mehren sich und beleidigen ein bisschen meine Intelligenz. Trotzdem will ich es den Anfragern nicht mal verübeln, dass sie auf den Rat von Leuten mit Titel und selbstgeschriebenen Zertifikaten vertrauen. Die Krux an der Sache ist: Während man im echten Leben sofort sehen kann, dass der angebliche "Experte für Faszientraining" mit einem runden Rücken am Tisch sitzt und seinen Kopf wendet, ohne dass sich der ganze Oberkörper leicht mit verdreht, kann man mit Laienaugen genau diese Steifheit und das Unvermögen bei einem Blog oder einer Webseite eines "Experten" nicht sehen.

Ich bin da im Vorteil und kann da schon lesen, was derjenige hätte besser nicht schreiben sollen. Und ich kann auf Youtube sehen, was derjenige hätte lieber nicht zeigen sollen (meistens sich selbst ;-)). Wir bieten ja auf dieser Seite einen Videokurs zum Ballengang an. Für mich immer wieder erstaunlich: Wie oft irgendwelche schlichten Gemüter sich Übungen daraus nehmen, sich selbst viel zu wichtig nehmend bei Youtube die Übung nachspielen und ihren hörigen Followern empfehlen. Und dann auch noch die Übung völlig falsch zeigen. ;-) Während die Follower vor Staunen begeisterte Kommentare abgeben und ihre kognitive Leistungsfähigkeit gleich mit demonstrieren:

Hier die Kommentar-Hitliste der Leute ohne Schulabschluss:

1. Top-Video
2. Klasse-Video
3. Weiter so

Follower mit Schulabschluss erkennt man hingegen sofort. Sie schreiben ganze Sätze und diskutieren auf höchstem Niveau:

1. Ihr seid so toll. Ich mache die Übung jetzt einmal im Monat (wenn ich es schaff) und fühle mich so gut hinterher.
2. Es ist ja wieder ein tolles Video geworden. Besonders gut hat mir Dein Top gefallen. Wo kann man das kaufen? Haste mal einen Link?
3. Das habe ich schon mal so ähnlich auf RTL im Dschungelcamp gesehen. Da sagte die letzte Gewinnerin, die Melanie auch....

 

Wohin läuft sie denn nun, die neue Faszien-Sau? ;-)

Nach der ironischen Einleitung muss man sagen, dass die meisten Übungen der Faszien-Experten am Nervensystem vorbei üben und sich die angeblichen Experten nur auf Muskeln oder die Faszien, also auf den Körper konzentrieren. Weswegen auch die meisten Übungen und auch Sportarten zu Gesundheitsschäden oder bestenfalls zu gar nichts führen. Man muss sich vor Augen halten, dass der Körper der Sklave des Nervensystems ist. Denn das Nervensystem ist der Herr im Haus und Muskeln sind nur schnöde Befehlsempfänger, die von allein gar nichts können. Jeder Querschnittsgelähmte wird Ihnen das schweren Herzens bestätigen.

Wenn Sie sich dazu die Posen und Bewegungen der neuen Sau "Faszien-Fitness" anschauen, dann war das alles schon mal da. Irgendwie müsste endlich auch mal dem größten Trottel auffallen, dass man keine neuen Übungen erfinden kann. Dass die Bewegungsmöglichkeiten des Körpers seit Jahrmillionen durch identische Muskeln und ein identisches Nervensystem vorgegeben sind und alle "Übungen" und "Posen" schon mal irgendwie gemacht und eingenommen wurden. Nur dass jetzt mit den gleichen Posen angeblich die Faszien gedehnt und trainiert werden sollen. Vor 20 Jahren waren es mit der gleichen Pose noch angeblich die Muskeln, die gedehnt und trainiert wurden. In weiteren 20 Jahren wird ein selbsternannter Experte früh aufstehen und behaupten, er würde speziell die Nerven dehnen. Und dazu die gleiche Pose einnehmen. ;-) Unzählige Leute werden in die Kurse strömen, Geld für nichts ausgeben und sich dabei noch so cool finden. Ein schöner Kreislauf, der bestimmt auch die nächsten 1000 Jahre wunderbar funktioniert. Weil ich ein Mensch bin, der auch gern vorausdenkt, habe ich mir schon mal einen Aufnäher für meine Trainingsjacke machen lassen: Nerval Training Head Instructor. ;-)

1995 - Dehnen und kräftigen Sie Ihre Muskeln.

2015 - Dehnen und kräftigen Sie Ihre Faszien

2035 - Dehnen und kräftigen Sie Ihre Nerven

 

Doof ist eben nur, dass sich Faszien gar nicht isoliert trainieren/dehnen/stärken/kräftigen lassen. Faszien lassen sich nur durch unterschiedliche Bewegungen ansprechen und stimulieren. Und damit können Veränderungen in den Faszien einhergehen. Dabei muss man

sich kein buntes Top anziehen oder Kursgebühren bezahlen. Es geht viel einfacher: Wenn Sie sich mit der rechten Hand die Zähne putzen, tun Sie es doch einen Monat nur mit der linken Hand. Schon sprechen Sie Ihre Faszien völlig anders an und auch Ihr Nervensystem wird gefordert.

 

Oder wenn Sie mit der rechten Hand Staub saugen. Nehmen Sie den Staubsauger doch in die linke Hand. Beugen Sie sich auch nicht mit Rundrücken nach vorn, sondern lassen Sie zuerst Ihren Po nach hinten gleiten und halten Sie Ihren Rücken gerade. Sofort verändern sich die Spannungsverläufe in Ihren Faszien und Sie mobilisieren Faszien, die Sie schon Jahre nicht mehr in dieser Reihenfolge benutzt haben. Weil Sie mit der linken Hand wahrscheinlich weniger geschickt sind, muss Ihr Nervensystem sich umstellen. Neuronen müssen sich auch hier neu vernetzen und lernen, Ihre Muskeln der linken Seite viel feiner anzusteuern. Doch den meisten Leuten ist das zu umständlich, weil es so einfach ist. Lieber eine halbe Stunde mit dem Auto gefahren, in ein buntes Dress geschlüpft, eine Stunde sinnfrei Übungen ausgeführt und eine Kursgebühr dafür gezahlt. ;-)

 

Am schnellsten und nachhaltigsten lassen sich Faszien mit Faszientherapie mobilisieren. Weil man da durch Druck mit Händen, Fäusten und Ellbogen von außen den Faszien Energie zuführt. Während man sich im Faszien-Training bewegt und Energie verbraucht. Schon an diesen unterschiedlichen Herangehensweisen kann man sehen, dass man am Ende völlig unterschiedliche Resultate erzielt. Mit der Faszientherapie ein überragendes Resultat. Mit dem Faszientraining ein 0-Resultat. ;-)

 

Wenn das Nervensystem für unsere Bewegung zuständig ist... Warum trainieren eigentlich alle Leute ihren Körper?

 

Im menschlichen Nervensystem herrscht ziemlich viel Ordnung, die sich in einer gewissen Bewegungssystematik zeigt. Ein System besagt zum Beispiel: Große Gelenke werden vom Nervensystem über Muskeln und Faszien zuerst angesteuert und bewegt, danach folgen die mittleren Gelenke und zum Schluss bewegen sich die kleineren Gelenke. Daraus ergibt sich durch die Ansteuerung des Nervensystems, welche Gelenke/Muskeln/Faszien sich in welcher Reihenfolge zu bewegen haben. Nur so entsteht im Körper Bewegung, Funktion und auch Ordnung. Übungen für den Körper müssen sich diesen neuronalen Ansteuerungsprinzipien unterordnen und diese fördern, anstatt gegen das Nervensystem zu arbeiten. Ich persönlich habe jedoch noch keine Fitnessübung gesehen, die diesem Anspruch auch nur annähernd gerecht wird.

 

Wenn man um diese neuronal gesteuerten Bewegungsprinzipien nichts weiß, führen die "Übungen" nicht zur Ordnung und Struktur im Nervensystem und im Körper. Sondern tragen noch mehr zur allgemeinen Verwirrung des Nervensystems bei. Die unzähligen mit dem Kopf ausgedachten Übungen und Fitnessprogramme verringern zum größten Teil die Bewegungsqualität.

 

Das wiederum erzeugt unästhetische und grobmotorische Bewegungsabläufe, die meistens mit viel Anspannung einhergehen. So entstehen zahlreiche Verletzungen. Schließlich ist der Mensch das einzige Tier weit und breit, welches sich schon bei ganz einfachen Bewegungen selbst verletzt. Oder schon einmal ein Reh im Wald mit einem Bänderriss getroffen? Einen Vogel, der nicht in den Süden fliegen konnte, weil er sich ein Flügel gezerrt hat? Oder schon mal einen Fisch gesehen, der sich früh erst warm schwimmt und ein Gymnastik-Programm absolviert?

 

Welcher der angeblichen Experten weiß schon, dass der Körper um Kraft zu erzeugen, immer einen Widerstand (also den Boden) benötigt? Und er immer Kraft vertikal erzeugt? Schließlich sind wir ja auch wesentlich länger als breit und sind mit all unseren Organen und Muskeln um eine vertikale Mitte organisiert. Das sind nur zwei Beispiele für neuronal erzeugte Bewegungssysteme, die seit Jahrmillionen im Nervensystem fest verankert sind und die bei vielen Zeitgenossen gerade noch so recht und schlecht vom Nervensystem gesteuert werden. Es gibt übrigens noch weitere Bewegungssysteme, die vom Nervensystem in genau definierter Reihenfolge angesteuert werden.

Muskeln und Faszien bilden eine Einheit und können niemals getrennt trainiert werden

Anbei sehen Sie Muskelfleisch mit den milchig weißen Faszien. Sie sehen die dicken und derben Faszien um den Muskel herum. Ebenso sehen Sie, wie der Muskel von stärkeren und auch hauchdünnen Faszien durchdrungen wird. Nun soll mir doch mal einer der ganzen Faszientrainer erklären, welche dieser Faszien er wann, wo und wie zu trainieren gedenkt? Und wenn es geht, bitte isoliert. Also ohne auch den Muskel oder andere Faszien mit zu trainieren. Wenn der geneigte Leser jetzt meint, das geht gar nicht, dann herzlich willkommen im Klub der klügeren Leute. Muskeln, Faszien, Blutgefäße und Nerven bilden immer eine untrennbare Einheit und werden immer als Einheit bewegt. Also wenn Sie jetzt als angeblicher Faszien-Experte bei diesem Beitrag den Kopf schütteln, bewegen Sie Muskeln und Faszien immer gemeinsam. Bitte nicht Ihren Kopf schütteln. Sie erbringen sonst den Beweis. ;-)

Laber, laber, laber - so entsteht der Faszienfitness-Experte (und andere Experten auch)

Schön sind auch die begleitenden Worte zu den Übungen der Faszialfitness. Denn so wie in der Kunst erst durch Sinnfrei-Sprache (Der Künstler vermittelt eindrucksvoll die räumlichen Beziehungen in den unterschiedlichen Farbdimensionen) ein verkäufliches Kunstwerk entsteht, gilt das auch im Faszientraining. Ein kleines Beispiel: "Die Schubkraft des Beckens geht nach vorn. Beugen Sie Ihren Oberkörper in einem langen Bogen nach hinten." Die Sprüche werden erst dann so richtig witzig, wenn man weiß, dass bei jedem Menschen das Becken von allein nach vorn gleitet, wenn er seinen Oberkörper nach hinten beugt. Es geht nur so, wenn er sich nach hinten beugt! Auf dem gleichen tiefen Niveau könnte auch ein Logopäde im Laber-Modus zu Ihnen sagen: Nutzen Sie die vertikale Kraftlinie Ihres Unterkiefers. Öffnen Sie den Mund beim Sprechen ;-)

Um mich auch diesem Niveau anzupassen habe ich auch eine schöne Übung für Sie. Die habe ich extra für Sie in über einem Jahr Forschung und Entwicklung interdisziplinär mit internationalen Experten entwickelt. ;-) Und zwar mit dem Meier Schorsch, dem Schneider Eb und dem Müller Paule.

 

Diese ausgeklügelte Übung spricht speziell die Faszien Ihres Oberarmes und Ihres Kopfes an und stellt alle anderen Übungen des Faszientrainings in den Schatten. Stellen Sie sich schulterbreit hin. Schließen Sie Ihre Augen. Beruhigen Sie Ihren Atem. Denken Sie an was Schönes (z.B. an Ihre Schwiegermutter. Wenn Sie keine Schwiegermutter haben, denken Sie an meine ;-) ). Führen Sie nun ganz langsam Ihren Arm in Richtung Kopf und berühren Sie mit Ihrem Zeigefinger Ihre Stirn. Um Ihre Faszien im Kopf wirklich richtig tief anzusprechen, tippen Sie mit federnden elastischen Bewegungen dreimal gegen Ihre Stirn.

 

Spüren Sie dabei, wie sich Ihr Arm beugt. Falls Sie Ihren Arm nicht mehr spüren können: Öffnen Sie wieder Ihre Augen. Beobachten Sie, wie sich Ihr Arm im Ellbogengelenk beugt. Können Sie es sehen? Ja? Sehen Sie, wie sich Ihr Arm beugt? Einfach toll. Sie haben ein sehr gutes Körpergefühl. ;-)

 

Machen Sie diese High-Level-Übung ganz langsam und verbessern Sie sich. Tippen Sie ruhig auch fünfmal gegen Ihre Stirn. So steigern Sie die Kraft Ihrer Faszien und beugen Verletzungen Ihrer Stirn vor. Wiederholen Sie die Übung jeden Tag dreimal. Gern auch vor Publikum. ;-) Das verleiht Sicherheit. Ein Spiegel kann Ihnen übrigens helfen, genau die Mitte Ihrer Stirn zu treffen. Den speziell von uns entwickelten faszialen Stirn-Arm-Spiegel können Sie gern bei uns gleich zum Vorzugspreis mit kaufen. Viel Spaß beim Üben. ;-)

 

20.06.15 Nachtrag zu den Kommentaren von R. Schleip und M. Roßmann

Ein kleiner Nachtrag zu den unten stehenden Kommentaren der Begründer und Verbreiter des Faszientrainings. Grundsätzlich hat Markus Roßmann das schön ausgedrückt: Es geht um den Zugang zur breiten Bevölkerung. Wer die breite Masse bedienen will, muss sich sehr schlicht ausdrücken, ganz einfache sinnfreie Übungen anbieten und das mit einem wissenschaftlich verbrämten Brei unter das Volk bringen. Insofern verwundert mich, dass Robert Schleip erstaunt ist, wenn die Bildzeitung auch das Thema breit tritt. Dem Grunde nach sollte man über diese Verbindung froh sein. Schließlich ist die Bildzeitung DAS Fachmagazin für die breite Masse und man wirbt direkt in seiner Kernzielgruppe.

Abgesehen von der einfach gestrickten Kernzielgruppe sollte man auch folgendes bedenken: Die Leute, die das Faszientraining erfunden haben, sind eigentlich Rolfer und Faszientherapeuten. Diese Leute haben in ihrer Laufbahn schon einige hunderte Rolfing-Sitzungen erhalten und verfügen über eine ausgewogene Körperstruktur. Eine geordnete Struktur des Körpers (Füße laufen geradeaus, Hüftachse hinten, Schultern werden "getragen", Brustbein führt beim Laufen, Kopf ist aufgerichtet etc.) ist die Grundvoraussetzung, um sich wieder in Faszien und mit Faszien energiesparend bewegen zu können. Die angesprochene Masse latscht jedoch mit weit ausgestellten Senk-Spreiz-Platt- und Knickfüßen durch die Gegend. Mit eingezogenen Bäuchen, Beckenrotationen, Skoliosen und mit einem Rundrücken. Dazu mit einem weit vor dem Körper gehaltenen Kopf. Die Kernzielgruppe kann im Grunde noch nicht mal mehr richtig gehen, stehen und atmen. Und mit Körpern, denen in der Mehrzahl jegliche strukturelle Ordnung fehlt, sollen die Faszien trainiert werden? Ich persönlich halte schon allein diese Vorgehensweise für Volksverdummung.

Denn erst wenn die Struktur des Körpers durch Rolfing oder Senmotic wieder in die Ordnung gebracht wurde, eine Ordnung, die man als Kind schon mal im Körper hatte, kann man sich wieder in und mit Faszien bewegen. Vorher bewegt man sich meistens völlig unelegant und grobmotorisch mit überwiegender Muskelkraft. Wie soll sich auch ein Mensch mit Rundrücken oder weit ausgestellten Füßen federnd leicht und elegant in Faszien bewegen? Wer über eine ausgewogene Struktur verfügt und sich in und mit Faszien bewegt, braucht hingegen kein Faszientraining.

Ich begrüße natürlich die Forschungen über Faszien und selbstverständlich ist der letzte Stand des Irrtums faszinierend. Doch wie sinnfrei sind die ganzen Forschungen der angeblichen „Faszienwissenschaft" für einen Großteil der Afrikaner? Die mit aufgerichtetem Körper locker und leicht ihre Lasten auf dem Kopf tragen und mühelos an den gebeugten und stocksteifen Touristen vorbei schweben? Die daraufhin ganz verzückt mit ihrer Kamera Fotos schießen um anschließend bei McDonalds hart an ihrer Körperstruktur zu arbeiten. ;-) Welche Inderin, die eine Stunde in der Hocke ihr Essen kocht, benötigt denn „Faszienfitness“. Das Gegenteil ist richtig. Diese Frau könnte eigentlich den ganzen Faszientrainern zeigen, wie man sich in Faszien bewegt und wie man diese elastisch hält. Der Witz an der Sache: Die Frau weiß gar nicht, dass sie sich perfekt in Faszien bewegt und diese jeden Tag optimal trainiert. Sie bewegt sich einfach nur wie ein Mensch. Und nur darum geht es!!!!

Für Leute, die Sport treiben und immer noch glauben Sport wäre gesund und für Leute die ihre Zeit auf dem Sofa vor dem Fernseher verbringen, mag Faszientraining eine schöne neue bunte Sau sein, mit der man sich auch wunderbar profilieren kann. Und möglicherweise lässt sich dann später durch das angebliche Faszientraining der Rollator leichter schieben. ;-)

 

Schlussendlich müssen wir auch echt aufpassen. Am Ende wissen wir soviel über Faszien, dass wir uns überhaupt nicht mehr bewegen. ;-)

Schließlich weiß man über gesunde Ernährung auch eine Menge. Trotzdem zieht es die breite Masse (im Wortsinn) vor, sich adipös aufzublähen und immer mehr Raum einzunehmen. Vielleicht wiederholt sich ja die Geschichte bei den Faszien? Die Leute bewegen sich kaum noch, liegen übergewichtig und schlaff auf einer Matte und versuchen ihre Faszien zu spüren.... ;-)

 

 

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Kommentare: 22
  • #1

    sandromo (Sonntag, 11 Januar 2015 10:26)

    Wirklich ein sehr schön geschriebener Text. Bei Gelgenheit würde ich mir das Schreibgerät mit der ironischen Feder mal ausleihen, damit dieser Schreibstil größere Verbreitung erfährt ;-)

  • #2

    Meier Schorsch ;-) (Sonntag, 11 Januar 2015 18:22)

    Ich mache jetzt Ihre Übung jeden Tag (wie empfohlen vor Publikum) ;-) und ernte häufig verständnislose Blicke. Wahrscheinlich weil die Leute die Übung nicht begreifen. ;-). Mit ist das egal. Ich bin schon viel elastischer im Kopf geworden. ;-) Was halten Sie eigentlich von Tae Bo, Rumba, Zumba, Bauch Beine Po, Chi-Ball, Wirbelsäulengymnastik, CXWORKS, BODYPUMP, Stepp-Aerobic, Cycling, EMS, Pool usw. Auch alles ganz neu, ganz anders und jede Methode ist besser, neuer, wirkungsvoller und wissenschaftlicher bewiesen als alle anderen Methoden. Obwohl ich Ihre Meinung zu kennen glaube, bitte ich um Ihre geschätzte Meinung. ;-) Klasse Beitrag übrigens...

  • #3

    Senmotic - Team (Montag, 12 Januar 2015 09:28)

    Schöner Kommentar. Könnte von mir sein... ;-) Also von all den genannten und ungenannten Methoden bevorzuge ich Bauch, Beine, Po. Das hat auch seine Gründe:

    1. Hängen gerade diese Körperteile beim Mann zusammen. Die Betonung liegt auf "hängen". ;-)
    2. Kann ich den Rücken, die Schultern, den Brustkorb und den Kopf zu Hause lassen.
    3. Gibt es unabhängige randomisierte Doppelblindstudien, beauftragt und bezahlt vom "Deutschen Bauch-Beine-Po Institut e.V.", die die Wirksamkeit beweisen. Hervorzuheben ist besonders die Konzentration auf die Problemzonen. Das spart unnötige Zeit und ist dadurch den Methoden die den ganzen Körper trainieren total überlegen.

    Auch das EMS finde ich sehr spannend. Wirkt gegen alles und jeden. Kein Schweiß und keine Anstrengung mehr. 20 Minuten Strom reichen. Als ehemaliger Hardcore-Kraftsportler und Leiter der Abteilung "Körperkulturistik" (nannte sich in der DDR wirklich so) in der BSG Wismut Aue muss ich natürlich noch ein bisschen warten. Ich brauche sehr starke Reize. Deswegen warte ich auf EMS 2. Wenn es endlich auch mit Starkstrom funktioniert. ;-)

    Im Grunde würde ich empfehlen, die Methoden "Bauch, Beine, Po" und EMS zu verbinden. Also Finger in die Steckdose und schauen, wie der Po dazu wackelt und die Beine zittern. ;-)

  • #4

    Geraldine (Donnerstag, 15 Januar 2015 09:27)

    Obwohl ich Abitur habe: Ein Top-Beitrag. ;-) Jedes Jahr werden auf der Fibo die neusten Methoden, Geräte und Trends vorgestellt. Immer soll es den Menschen noch fitter machen und von allen mögliche Gebrechen heilen. Wie sehr die ganzen angeblichen Innovationen Teil des Problems und oft völlig nutzlos sind, wird einfach ausgeblendet. Viele der Geräte und angeblichen hocheffizienten Trainingsmethoden führen zu zahllosen Verletzungen. Bänderrisse, Meniskusschäden und Rückenschmerzen sind an der Tagesordnung und werden erst durch die Fitnessindustrie produziert. Wenn das alles wirklich helfen würde, hätte kein Deutscher Rückenschmerzen. Da jedoch die Rückenschmerzen eher zunehmen, muss (ich gebrauche mal Ihre Worte ;-)) doch auch dem größten Trottel auffallen, dass die Fitnessindustrie nur heiße Luft verkauft.

  • #5

    Ariane (Mittwoch, 21 Januar 2015 09:28)

    Über die Wirksamkeit der Methoden kann man sich ja streiten. Für viele bieten die Fitnesscenter mit Ihren Kursangeboten jedoch die Möglichkeit, sich jenseits vom bewegungsarmen Alltag umfassend zu bewegen und sich auszupowern. Das sollte man auch mit in Betracht ziehen.

  • #6

    Senmotic-Team (Donnerstag, 22 Januar 2015 09:39)

    Das haben wir mit in Betracht gezogen. ;-) Uns geht es vor allem um Bewegungsqualität und Funktion. Wenn man Squash spielt und die Stellung der Schulter stimmt nicht (und demzufolge auch die des Arms, des Kopfes usw.) wie beispielsweise bei einem Rundrücken, dann geht die Schulter mit der Zeit kaputt. Am Ende steht ein fitter Mensch mit kaputter Schulter. Ein Widerspruch an sich. ;-). Aus unserer Sicht geht es immer darum, was man tut und vor allem wie man es tut.

  • #7

    Marc Zander (Dienstag, 10 März 2015 07:09)

    Ich bin seit 2006 Certified Rolfer(R), beschäftige mich seitdem erfolgreich mit der manuellen Methodik der plastischen Beeinflussung unseres Körpers und der intuitiven eher wahrnehmungsorientierten Bewegungsschule. Nach dem Lesen dieses Artikels weiß ich endlich warum es in meiner Praxis immer noch keine einzige "Blackroll" o.ä. gibt, und ich auch "Fasziengruppen" ablehne. Dauernd habe ich mich gefragt, warum mich der ganze Zinober nicht wirklich anspricht, obwohl ich mich als einer der ersten Faszienexperten in meiner Stadt verstehe.
    Neulich zitierte eine Klientin einen Fitnessstudioinhaber hier in Ansbach, nachdem Sie von Ihren erfolgreichen Sitzungen bei mir erzählte: "Ist der jetzt auch auf den Zug aufgesprungen?!" Darauhin Sie: "Ich glaube der macht das schon ein bisserl länger...";-) Auf jeden Fall spricht mir dieser Beitrag aus der Seele, vielen Dank dafür.

  • #8

    Senmotic-Team (Dienstag, 10 März 2015 07:41)

    Danke für den Dank. Und danke für das gehobene Niveau Ihres Kommentars. Außerdem fühlen wir uns jetzt weniger allein. Wir freuen uns über jeden klarsichtig denkenden Menschen.

  • #9

    Stefanie Kinter (Mittwoch, 22 April 2015 14:19)

    Auch im Yoga-Bereich haben die Faszien Einzug gehalten... es ist hoch aktuell und wird Yin Yoga oder auch Faszienyoga genannt. Dabei ist Yoga tausende von Jahren alt. Die gleichen Posen wie immer halt :-)

  • #10

    Senmotic-Team (Mittwoch, 22 April 2015 14:39)

    Ja... Faszien sind der Trend. Wir überlegen gerade, ob wir den Leuten nicht T-Shirts mit dem Aufdruck "Faszien" anbieten sollten. ;-) Oder zumindest Kaffeebecher und Kugelschreiber. Dabei sein ist alles... ;-)

  • #11

    Stefanie Kinter (Donnerstag, 23 April 2015 09:12)

    Ich finde ja Plüschbärchen mit T-Shirt und Aufdruck "I love Faszien" auch ganz süß ;-) So, jetzt aber Schluss mit dem Spökes! Super Artikel oben!! Sehr sehr lustig :-) Ich leite ihn mal weiter an meinen Yoga-Anatomie-Dozenten. Er ist Pysiotherapeut und der gleichen Meinung wie wir :-)

  • #12

    Robert Schleip (Dienstag, 02 Juni 2015 11:06)

    Hallo Herr Demann.

    Ich muss Ihnen zu meinem Leidwesen in vielen Punkten zustimmen. Nachdem jetzt selbst die BILD Zeitung auf den Zug aufgesprungen ist, hat das Thema Faszien - welches Sie, ich u. viele unserer Kollegen seit vielen Jahrzehnten kennen - eine enorme Verflachung erlebt. Und vieles von dem was derzeit vor allem in der Fitness Szene von selbsternannten Faszien-Missionaren mit dilettantischen Anatomie-Kenntnissen verkündet wird, ist für uns Kenner mehr als peinlich.

    Ich stimme Ihnen auch zu, dass Muskeln u. Faszien sich niemals völlig getrennt voneinander trainieren lassen. Natürlich involviert fast jedes Training gleichzeitig das Nervensystem, Muskelfasern, Kreislauf, Atmung, Lymphe, usw. Allerdings kann man einzelne Komponenten mit spezifischem Training gezielter als mit anderen Bewegungsarten trainieren, wie man an den Beispielen Bodybuilding od. Ausdauertraining sieht, bei denen nach einem mehrjährigen Training deutlich unterschiedliche Körperform-Änderungen sowie Funktionsstärkungen sichtbar sind. Und dass im Alltag die Fitness des Nervensystems wichtiger ist als die absolute Muskelstärke od. Cardiovaskuläre Ausdauer, auch darin stimme ich Ihnen aus ganzen Herzen zu. Wie die meisten anderen auch, hatte unsere Ulmer Gruppe lange angenommen, dass im Sport das Remodelling der faszialen Komponenten im selben Ausmass aktiviert wird wie das der Muskelfasern. Das hat sich jedoch als motivierender Irrtum - zumindest meinerseits - erwiesen! Forscher wie Michael Kjaer (Kopenhagen) u. Adamantios Arampatzis (Berlin) konnten nämlich in den letzten Jahren zeigen, dass kollagene Bindegewebe ganz andere Reizschwellen für wirksame Trainingsimpulse aufweisen als die Muskelfasern. Belastungsdosis sowie Wiederholungszahl haben hier ganz unterschiedliche Auswirkungen. Interessanterweise brauchen so z.B. die sehnigen Bindegewebe relativ hoch dosierte Belastungen um auf ein Training zu reagieren, während das bei den intramuskulären Bindegeweben bereits bei z.B. 40% der Maximalkraft der Fall ist (siehe z.B www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20308995 www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25267851 ). Wer die Elastizität u. Reissfestigkeit seiner Sehnen verbessern will, profitiert also von vielen sportlichen Übungen diesbezüglich überhaupt nicht, während eine solche Verbesserung z.B bei wenigen Hüpfbewegungen pro Woche durchaus der Fall sein kann (siehe www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25479729 ). Vorsichtiges Fazit meinerseits: ein spezifisches Faszientraining gibt es vermutlich genauso gut oder wenig wie es ein spezifisches Cardiotraining od. Muskelhypertrophie-Training gibt.

    Wenn ich mich nicht irre haben Sie, lieber Herr Demann, ja einen jahrzehntelangen Hintergrund im Feld der östlichen Kampfkünste u. verwandten Bewegungsweisheiten. Da darf ich mich mit allem Respekt verbeugen. Wenn man die neuen Einsichten von Kjaer, Adamantios et al. versucht mit diesem Feld in Einklang zu bringen, könnte es m.E. gut sein, dass sich dann ähnlich fruchtbare Weiterentwicklungen auf beiden Seiten (Wissenschaft u. Praxis) ergeben wie das bereits im manualtherapeutischem Gebiet der Faszienforschung der Fall ist. Gut möglich, dass man dann neue Erklärungen bekommt für vieles was schon längst bekannt ist; und daraufhin das längst Bekannte noch spezifischer weiter entwickeln und optimieren kann. Oder auch aus der Praxis neue Impulse für die Forschung gewinnt. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie auch weiterhin zu dieser spannenden Entwicklung in den nächsten Jahren beitragen.

  • #13

    wuzman (Mittwoch, 03 Juni 2015 22:10)

    Ich kann nur jedem empfehlen, der sich mit dem Faszientraining beschäftigt, diesen Text mehrmals zu lesen. So funktioniert menschliche Bewegung.! Wer dass versteht und in sein Training integriert, der wird weniger Probleme mit seinem Körper haben und bessere Leistungen erbringen können!

  • #14

    wuzman (Donnerstag, 04 Juni 2015 15:11)

    P.S. Ich meine den Kommentar von Dr. Schleip!

  • #15

    Markus Roßmann (Donnerstag, 04 Juni 2015 15:50)

    Ich bin einer derjenigen, die Faszientraining Fortbildungen geben. Natürlich haben wir die Bewegung nicht neu erfunden und auch ich weiß, dass man bei einem Training Faszien und Muskeln nie trennen kann. Neu ist aber die Tatsache, dass man einen Schwerpunkt entweder auf die Muskulatur oder auf die Faszien legen kann. Und das kann man sich im Rehasport, im Gesundheitssport, ja sogar im Leistungssport zu Nutze machen. Weiterhin ist zu bemerken, dass das Faszientraining nicht nur aus Dehnen besteht, sondern, bei den seriösen Anbietern und denjenigen, die sich intensiv mit der Faszienwissenschaft beschäftigen, aus 4 Bereichen:
    - Fascial Release
    - Fascial Stretch
    - Rebound Elasticity
    - Sensory Refinement
    .....ich weiß, nichts Neues, sie haben das in ihrem Text auch mit anderen Worten angesprochen. Fakt, dass man mit den vorliegenden wisschenschaftlichen Erkenntnissen diese Punkte neu interpretieren kann und vielleicht auch endlich Zugang zu der breiten Bevölkerung bekommt.
    Eine Bewegung nicht nur machen, sondern fühlen und wahrnehmen, das birgt ein großes Potential für Gesundheit und Leistung.
    Ja, Herrr Demann, sie haben Recht, die Bewegungen sind nicht neu, aber im Detail dann doch etwas anderes. Haben Sie schon an einem Faszientaining Workshop teilgenommen? Ich würde es mir wünschen, denn in der Theorie ist es immer einfach zu sagen, "dass ist alles alter Käse"...., mitmachen, ausprobieren und dann ein individuelles Urteil fällen.
    Und zu guter Letzt: Wenn das alles nichts Neues ist und wir alle wissen, dass diese Art von Bewegung sehr gut ist, warum machen es dann so wenige?

  • #16

    Senmotic-Team (Donnerstag, 04 Juni 2015 20:57)

    @ Robert Schleip

    Danke für Ihren ausführlichen Kommentar, den ich so stehen lasse. Der spricht für sich und auch für Sie als Mensch.

    @ Markus Roßmann

    "Natürlich haben wir die Bewegung nicht neu erfunden und auch ich weiß, dass man bei einem Training Faszien und Muskeln nie trennen kann.“

    Damit haben Sie alles gesagt. Deckt sich ja mit meinen Ausführungen. Den Rest hätten Sie sich sparen können.

    "mit der Faszienwissenschaft beschäftigen“

    Beschäftigungstherapie ist doch ein alter Hut.

    http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/therapie/ergotherapie/beschaeftigungstherapie/

    Wirklich neu ist, dass das jetzt auch mit Faszien geht. Früher hat man gebastelt. ;-)

    "Eine Bewegung nicht nur machen, sondern fühlen und wahrnehmen, das birgt ein großes Potential für Gesundheit und Leistung.“

    Das hat Feldenkrais schon vor 70 Jahren gewusst und gelehrt. Für Sie ist das neu?

    "Haben Sie schon an einem Faszientaining Workshop teilgenommen? Ich würde es mir wünschen, denn in der Theorie ist es immer einfach zu sagen, "dass ist alles alter Käse"...., mitmachen, ausprobieren und dann ein individuelles Urteil fällen."

    Offensichtlich haben Sie überhaupt keine Vorstellung, auf wessen Webseite Sie hier schreiben. Ihr Kollege, der Herr Dr. Schleip, wusste das deutlich besser einzuordnen.

    1. Kann ich Ihnen zeigen, dass Sie über 0 (In Worten Null) Körpergefühl verfügen. Ich kann Sie überall berühren, und Sie würden es nicht merken. Ich kann Ihre Körper bewegen, wie ich will und wann ich will. Sie würden es nicht merken. Mein Fasziensystem und mein Nervensystem wissen schon, wohin sie sich bewegen und messen in welcher Qualität Sie sich bewegen, bevor Sie überhaupt bewusst wissen, dass Sie sich gleich bewegen werden. Und ich kann in Bruchteilen von Sekunden dafür sorgen, dass Sie sich nie mehr bewegen können. Wir trainierten schon Faszien, das haben Sie noch gedacht, Rolfing wäre ein neuer Schokoriegel. Aber eben ganz anders, als Sie sich das je vorstellen könnten. Aus meiner Sicht hätte ich gesagt: Mit Verstand und mit sofort messbaren Ergebnissen. Mit nur einem einzigen völlig natürlichen und im Nervensystem verankerten Bewegungsmuster, welches sich jedoch unendlich adaptieren lässt.

    2. Haben wir ein System, mit dem wir Funktionseinschränkungen im Faszienssystem über ein biomechanisches Feedbacksystem in Bruchteilen von Sekunden feststellen können. Und das in Bewegung miteinander. Damit können sich die Trainingspartner selbst korrigieren.

    3. Nutzen wir schon seit 20 Jahren die Rezeptoren unseres Fasziensystems, um Reiz-Reaktionsmuster außerhalb unseres Nervensystems zu erzeugen. Die wiederum schnellste körperliche Bewegungen erzeugen, die das menschliche Auge und das Nervensystem des Gegenüber völlig überfordern.

    4. Geht es bei uns nie um "Übungen" sondern immer nur um "Lernen". Auch das hat Feldenkrais schon gewusst. Dafür sende ich dem alten Herrn einen Dank in den Himmel.

    5. Haben schon etliche Leute einen Fehler begangen und mich für einen Theoretiker gehalten. Keiner von denen hat diesen Fauxpas zweimal begangen. Schon allein aus gesundheitlichen Gründen.

    Ich habe mir Ihre Webseite angeschaut. Sie bezeichnen sich als Begründer der "Facial Walk Methode". Ebenso bieten Sie ein "Fascial Krafttraining" an. Dazu Rolfing und Faszienfitness. Freut mich immer wieder, wenn man auf Experten für alles und jeden trifft. Außerdem bezeichnen sich ganz schlicht als "Fascial Fitness Senior Master Trainer". Da hätte ich eine prima Geschäftsidee für Sie:

    Haben Sie eigentlich schon mal überlegt, ein fasziales Restaurant zu eröffnen? Mit faszialen Gerichten, die speziell auf die Faszien einwirken und sie geschmeidig halten? Mit einem speziellen Fascial Oliven Öl? Gepresst aus den biologisch angebauten Faszien von Oliven? Und dazu ein Kochbuch zu schreiben... Fasziale Gerichte für jeden Tag - federnd leicht mit Faszien-Makkaroni. Von Markus Roßmann. (Facial Cook Senior Master Trainer).

    PS: Ein weiterer Kommentar von Ihnen wird hier nicht veröffentlicht. Ist ja nicht mehr auszuhalten mit eurem "Sie haben Recht Herr Demann... abääääärrrrr“

  • #17

    Brigitte (Sonntag, 07 Juni 2015 11:58)

    Hallo Herr Demann,
    ich finde ihre Ausführungen über die Faszien hier und auch ihrem Beitrag in bezug auf Rückenschmerzen, Rundrücken usw. sehr anschaulich und gut nachvollziebar.

    Ich selber habe mir vor über 30 Jahren bei einem Unfall einen gesplitterten Oberschenkel und im Anschluß an 1/2 Jahr Krückenlaufen auf einem Bein einen Beckenschiefstand eingehandelt mit allen Konsequenzen, die so etwas über die Jahre hat.
    Zu dieser Zeit war es offensichtlich ok., wenn man wieder auf zwei Beinen stand und sich fortbewegen konnte. Ohne eine entsprechende Behandlung wurden die Schmerzen in Rücken, Hüfte und Bein immer größer und leider auch die Bewegungseinschränkungen. Die von ihnen zitierten Äußerungen entsprechender Ärzte kenne ich nur zu gut.

    Eine Osteopathin war die Erste, die mir weiterhelfen konnte. Anfang 2013 habe ich dann von der Selbsttherapie "TriggerpunktPlus" erfahren und behandele mich seitdem selbst, nicht nur an Rücken und Hüfte, sondern auch an den Schultern und Armen.
    Bei dieser Therapie werden auch Faszien behandelt, aber im Mittelpunkt steht der TriggerpunktPlus (med. Golgi-Sehnen-Apparat). Er sitzt in der Muskelsehne. Sie werden ihn sicher kennen. Schmerzt dieser Punkt, wenn man ihn drückt, dann ist die Spannung im Muskel zu hoch. Drückt man ihn weiter, dann fängt der Muskel an sich zu entspannen und kehrt wieder zurück zu seiner ursprünglichen Länge.

    Wenn dann noch zusätzlich die Faszien rund um die Muskeln behandelt werden, damit auch sie sich entspannen und wieder geschmeidig werden, dann hat man man meiner Erfahrung nach gute Chancen, dass man sich dauerhaft wieder gut und schmerzfrei bewegen kann.

    Meine Faszien behandele ich übrigens auch selber, soweit es möglich ist. Die Schmerzen im meinem "defekten" Oberschenkel, den seitlich eine Narbe von ca. 25 cm schmückt, hat man immer aufs Wetter geschoben ... die Sprüche kennt wohl jeder.
    Heute weiß ich, dass bei einem so großen Schnitt und einer so großen OP viele Faszien, die, wie man heute weiß auch Schmerzrezeptoren haben, beschädigt und zerstört worden sind. Ich massiere meine Beine einfach mit meinen Händen oder mit einem feuchten Waschlappen und auch hier haben die Schmerzen nachgelassen, allerdings muß ich das regelmäßig wiederholen.
    So bin ich endlich nach über 30 Jahren schmerzfrei !

  • #18

    Wiebke (Montag, 10 August 2015 20:33)

    Hey :o)

    Endlich mal jemand, der die Gabe hat in lustigen Worten DAS auszudrücken, was ich auch immer gerne sagen möchte :o))
    Vielen Dank dafür!
    Ich arbeite mit (an) Pferden und habe schon einigen mit (manueller) Faszienbehandlung helfen können. Den Besitzern versuche ich dann zu vermitteln, daß sie ihre Tiere abwechslungsreich bewegen müssen und die gewohnten Fade auch mal verlassen müssen um die Faszien weiter zu unterstützen. Das ist recht hilfreich, da Pferde für gewöhnlich viel zu einseitig und falsch belastet werden! In soweit, könnte man es dann wohl doch "Faszientraining" nennen..... ;o))

  • #19

    Senmotic-Team (Dienstag, 11 August 2015 10:19)

    Na ja, ein richtiges original Faszientraining wäre es erst, wenn die Pferde sich auf Rollen rollen. ;-)

  • #20

    Yoko (Samstag, 20 August 2016 10:07)

    Bin zufällig auf dieser Seite gelandet als ich was über Faszien nachlesen wollte. Habe mir paar Artikel gelesen und dann habe noch ein schnellen Blick auf die Schuhe geworfen und.... ich war platt. Die Schuhe sehen erstens einfach nicht modisch aus (für mich hässlich), zweitens hat die Person, die sie auf den Fotos trägt schwere Probleme mit ihren Körper, wenn sie keine normale Jeans Hose bekommen kann. Man kann das immer bei Leuten die Übergewicht haben beobachten. Stelle mir die Frage inwiefern das eine Werbung für diese Schuhe sein sollte.

  • #21

    Frank W. Demann (Sonntag, 21 August 2016 16:55)

    Hoppla Yoko... auf dem privaten Feldzug "Ich gegen Senmotic" unterwegs? ;-) Mehrere tausend Kunden pro Jahr entscheiden sich für unsere Schuhe und entgegen Ihrem modischen Geschmack. Wir haben übrigens unseren Umsatz in 2015 um 75% gesteigert. Und im ersten Halbjahr 2016 schon wieder um 69%. Ich hoffe, Sie können so viele schlechte Nachrichten verdauen. ;-)

    Die Person, die die Schuhe auf den Fotos trägt, hat über Ihren Kommentar und auch über Sie herzlich gelacht. Irgendwie gehören Sie ja beide zusammen. ;-) Auf allen unseren Bildern mit Schuhen am Fuß + 10-20 cm sichtbare Jeans ist immer die ehemalige Frau Demann zu sehen. 159 cm groß und 43 kg schwer. Wie man von einem Schuh + 20 cm ganz normaler G-Star Jeans auf körperliche Probleme und Übergewicht kommt, ist sicher Ihr Geheimniss. Und das sollte es auch bleiben, wenn Sie nicht gleich jedem Ihre Gemütsverfassung mitteilen möchten. ;-)

    Danke für den schönen Kommentar... mit vergnüglichen Grüßen von Frank W. Demann

  • #22

    Sabine Kanzler-Soiné (Mittwoch, 18 Januar 2017 14:35)

    Hallo lieber Frank Demann,,
    in vielen Dingen sprechen Sie mir "altgedienter" Physiotherapeutin aus dem "Herzen"...nein aus dem "Darm"... besonders auch, dass man über den Tellerrand schauen sollte und beobachten, beobachten und wieder beobachten, was die Natur uns mitgegeben hat und was und warum wir es im Laufe der Jahre verlieren...
    Nicht alles kann man aufhalten, auch das ist "Natur", das Altern, das korriger Werden , zerbrechlicher... ( ich ziehe bei über die gebrechen des Alterns lamentierenden Patienten immer den Vergleich zu Bäumen ; obwohl der Vergleich natürlich hinkt, weil wir Menschen weit komplexer sind.... oder eben zu Wildtieren.... nicht zu verwechseln mit Haustieren... )
    Ich bin inzwischen eine große Verfechterin des "funktionellen Trainings", das heißt, sich an unseren natürlichen Bewegungsabläufen zu orientieren, sowie Sie das natürliche Bücken sehr gut beschreiben und dass alle Gelenke natürlicherweise nie in einer Endstellung verharren / Sprungbereitschaft, etc.... oder die potenzielle Beweglichkeit, wie Susanne Klein-Vogelbach sie schon beschrieben hat wie auch die Abhängigkeit der individuellen Bewegungsabläufe von eigenen Hebeln, Drehpunkten und Gewichten...
    Daher mache ich auch schon viiiiele Jahre Modern Dance ( Schlagworte : "To fall and to recover" oder : "Suspence an release..." ) und kein Ballett ( zu steif zu gestreckt , zu starr und unnatürlich... ); dazu Tennis, früher Basketball: Reaktion, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Spaaaaaß und empfinde das als ideale Mischung, obwohl ich zugeben muss, dass da natürlich eine gewisse Einseitigkeit durch die Schlaghand besteht und die Verletzungsgefahr auch nicht ganz ohne ist..... und auch kein Tier Ballsport braucht... aber da wir eben nicht mehr jagen müssen für unsere Nahrung...jage ich eben dem Ball hinterher... ;-))
    Notwendig erachte ich übrigens beim Behandeln auch das Arbeiten im veränderten Gewebe, obwohl ich mich da auf keinen Namen einer Therapie festlege; ob das nun Triggerpunktbehandlung oder Rolfing oder Fazienbehandlung oder Massage oder Myofasziale Osteopathie oder einfach nur Weichteilehandlung heißen mag... Da denke ich immer an den Spruch : " Ich muss nicht wissen wie mein Freund heißt, wenn ich weiß wo er wohnt..."
    Ich schaue mir Bewegungsabläufe genau an und versuche die Strukturen, die sie m.E. nach behindern oder dysharmonisch machen, zu finden und passiv oder/und aktiv oder gemischt zu behandeln...und schaue mir den Bewegungsablauf danach wieder an...

    Haben Sie sich übrigens mal mit der Vojtamethode beschäftigt? Mich fasziniert, dass Vojta nämlich eine Methode entwickelt hat, die versucht, unsere "Reflexlokomotion" anzuregen und zu "bahnen" und nicht über Bewegungsaufträge, die dann über die Willkür ausgeführt werden sollen. ich wende die Methode bei allen Innervationsdefiziten an , aber auch bei sehr instabilen Patienten, denen die Ansteuerung besonders der autochtonen Mm bzw. die Core stability fehlt...

    Ich bin übrigens auf Ihre Seite gekommen, weil ich mich wieder einmal über den Anbieter von bei Krankenkassen "zertifizierten" Faszientrainingskursen aufgeregt hatte uind ihm dies auch schrieb und eine Ärztin, die diese Krankenkassenkurse betreut, ganz erstaunt zurückschrieb und um Literatur bat.
    Ich werde ihr den meiner Meinung nach recht guten Artikel aus der ZEIT vom Januar 2016 schicken...und vielleicht auch mal auf Ihre HP hinweisen...
    Und...übrigens stimme ich auch darin mit Ihnen überein, dass man nichts verbissen sehen sollte oderkategorisch oder unumstößlich... Daher Life long learning und Life long laughing !!!
    In diesem Sinne Lächelden Grüße aus Freiburg
    sabine